Njinmah bricht flaute und schießt werder aus der krise

Justin Njinmah schlug mit einem Schlag doppelt zu: Er beendete seine persönliche Torflaute und schoss Werder Bremen aus der Abstiegszone. Das 1:0 in Wolfsburg war mehr als drei Punkte – es war die Befreiung.

Ein treffer, der alles verändert

68 Minuten lang war Werder in Wolfsburg chancenlos, ideenlos, fast schon abgeschlagen. Dann kam ein Schuss, ein Abfälscher, ein Kullerball – und plötzlich lag die Kugel im Netz. Njinmah traf, das erste Mal seit dem 18. Spieltag. „In der ersten Halbzeit waren wir verdammt schlecht“, sagte er offen. Das war keine Ausrede, sondern Selbstkritik. Die Art von Ehrlichkeit, die im Abstiegskampf selten ist.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Werder erzielt 70 Prozent seiner Toren in der zweiten Hälfte – Liga-Spitzenwert. Die Mannschaft lebt von späten Einschlägen, aber auch von später Einsicht. „Wir haben uns in der Pause gesagt: Wenn wir Chancen kriegen, müssen wir sie nutzen“, erklärte Njinmah. Gesagt, getan. Sein Linksschuss, noch leicht abgefälscht von Moritz Lenz, war das erste SVW-Zielwasser nach dem Seitenwechsel. Vielleicht war das tatsächlich das Glück, das sich Werder hart erarbeitet hat.

300 Mal bittencourt – und kein bisschen müde

300 Mal bittencourt – und kein bisschen müde

Während Njinmah seine Durststrecke beendete, feierte Leonardo Bittencourt einen runden Geburtstag: Sein 300. Bundesligaspiel. Der 32-Jährige bekam ein Trikot mit der Nummer 300, ein Handy für ein Instagram-Video – und den Sieg, den er sich mehr wünschte als jedes Geschenk. „Wenn wir heute keine Punkte holen, fahre ich nach Hause und habe einen Scheißtag“, sagte er. So fuhr er mit drei Zählern und breitem Grinsen heim.

Die Szene am Gästeblock war trotz halbleerer Ränge emotional. Bittencourt, der den Klub im Sommer verlassen wird, winkte den Fans zu, die trotz Rangelei mit Ordnern und Polizei geblieben waren. „Dass ich mein 300. Spiel im Werder-Trikot gemacht habe, macht mich unendlich stolz“, sagte er. Ein Abschied, der wehtut, der aber auch Würde hat.

Die tabelle lügt nie

Die tabelle lügt nie

Mit 21 Punkten aus 30 Spielen steht Werder auf Platz 12, sieben Zähler vor dem Relegationsrang. Kein Komfort, aber ein Puffer. Der Blick nach unten bleibt trotzdem gebannt. Die Konkurrenz wartet nicht. Doch mit einem Njinmah, der wieder trifft, und einem Bittencourt, der noch brennt, hat Bremen plötzlich zwei Gesichter, die nach vorne schauen. Der Dreierlachs hat angerufen – und Werder hat abgehoben.