Nico o’reilly zündet city-dauerbrenner und läutet englands wm-alarm ein
21 Jahre, zwei Tore, ein Pokal: Nico O’Reilly hat am Sonntagabend innerhalb von 180 Sekunden den Mythos Manchester City um eine Heldensaga erweitert und Pep Guardiola zum 19. Titel seines Amts geführt.
Der außen links aufgebotene Linksfuß, seit seinem achten Lebensjahr in der City-Academy verwurzelt, schoss die Gunners in der Carabao-Cup-Finale in die Knie und sich selbst in die Kaderdiskussion des Nationaltrainers. «Unsere beste Verpflichtung», befand Guardiola unmittelbar nach dem Schlusspfiff, ohne den Satz weiter auszuführen – die Aussage steht für sich.
Der 19. april rückt in den fokus
Denn der Kalender verspricht Nachschlag. Am 19. April empfängt City Arsenal erneut – diesmal in der Premier League, diesmal im Etihad. O’Reilly wird starten, das sagt er selbst, «weil der Gegner dieselbe Hymne singt und ich jetzt weiß, wo sie pfeifen». Drei Tore in zwei Pflichtspielen gegen denselben Gegner? Die Statistik lacht, der Konkurrent zittert.
Dabei blieb dem Youngster nach dem Pokalsieg kaum Luft zum Feiern. Geburtstag am Samstag, Doppelpack am Sonntag, Medienrummel am Montag. «Ich bin müde, aber das ist der Müde, den man behalten will», sagt er und klingt dabei wie ein Veteran, der gerade erst erwachsen geworden ist.

Die wm-uhr tickt laut
Hinter den Kulissen tickt eine weitere Uhr. Gareth Southgate, der Nationaltrainer, ließ verlauten, das Video der Final-Tore «mehrfach und mit Halbzeit-Pause» zu analysieren. Die englische Mittelfeld-Rotation wirkt bislang unverdächtig verletzungsfrei, aber unverdächtig langweilig. O’Reillys Spielintelligenz, erdacht im Campus, veredelt im Wettkampf, könnte genau die Impuls-Variante sein, die Englands Mittelfeld im Katar-Modus vermissen würde.
City will ihn nicht abgeben, das ist klar. Doch die FIFA-Regel erlaubt einen Wechsel innerhalb des Jahres – und der Klub winkte zuletzt nur, wenn der Spieler selbst die Hand hebt. «Ich träume nicht, ich plane», sagt O’Reilly und spricht damit den Satz, der in jedem Vereinsbüro Archivierung findet.
Die Premier-League-Tabelle spricht derweil eine klare Sprache: City liegt zwei Punkte hinter Arsenal, hat aber ein Spiel weniger. Gewinnt O’Reillys Truppe am 19. April, springt der Vorstand auf Rang eins – und der 21-Jährige wäre nicht mehr nur Phänomen, sondern Platzhalter für eine ganze Ära.
