Neuer-verletzung wirft keine schatten: bayern plant gespräch zur zukunft
Der FC Bayern schickt seine Stammpiloten ohne Manuel Neuer nach Bergamo – und trotzdem bleibt der Kapitän im Fokus. Ende März, wenn der Schlussmann die 40 vollendet, will Sportvorstand Max Eberl mit ihm über eine mögliche Verlängerung sprechen. Die jüngste Wade-Attacke des Faserrisses ändert daran nichts. „Was es bei ihm macht, kann ich nicht beurteilen. Für uns ändert sich die Situation nicht“, sagte Eberl vor dem Abflug zum Achtelfinal-Hinspiel in der ChampionsLeague.
Die uhr tickt lautlos
Neuer, der seit 2011 das Bayern-Tor hütet, hatte erst im Frühjahr 2023 seinen letzten Kontrakt bis 2025 unterschrieben. Nun steht die nächste Runde an. „Wir haben immer gesagt, jetzt soll er erstmal 40 werden. Und dann werden wir uns in Ruhe hinsetzen und sprechen“, so Eberl. Die Formulierung klingt nach Offenheit, aber auch nach einer harten Leistungskontrolle. Denn der Klub will wissen, wie der Rekordnationalspieler nach seiner langwierigen Skifall-Pause und den Folgeverletzungen noch belastbar ist.
Die Zahlen sprechen vorerst für ihn: 28 Pflichtspiele in dieser Saison, 13-mal zu Null, eine Fangquote von 72 %. Eberl schwärmt: „Er hat bisher eine herausragende Saison gespielt.“ Doch der kleine Faserriss in der rechten Wade bremst die Euphorie. Neuer fällt für das Top-Spiel am Samstag in Leverkusen aus, vermutlich auch für das Rückspiel gegen Atalanta. Ulreich soll springen, Früchtl auf der Bank warten – ein Blick in eine Zukunft ohne Neuer.

Der nachfolger steht bereits in den startlöchern
Intern ist der Plan klar: Sommer 2025 soll Alexander Nübel zurückkommen, nachdem seine Leihe zu Stuttgart verlängert wurde. Der 27-Jährige erfüllt die Regularien als deutscher Torhüter, ist aber noch keine Marke wie Neuer. Deshalb hält der Klub weiter die Tür offen. „Dann muss er uns sagen, wie er sich fühlt, wie er drauf ist. Wir müssen für uns entscheiden, wie es dann weitergeht“, betonte Eberl. Es klingt wie ein Echo auf Uli Hoeneß’ alte Devise: „Beim FC Bayern zählt nur der Moment – und der ist gnadenlos.“
Für Neuer geht es also nicht nur um ein Jahr Vertragslaufzeit, sondern um sein Erbe. Die Leistungskurve, die Belastbarkeit, die Signalwirkung. 40 Jahre ist keine Zahl, sondern eine Marke, an der sich messen lässt, ob Legenden weiterleben oder Abschied nehmen. Eberl lässt sich Zeit, Neuer auch. Aber der Kalender macht keine Pause. Ende März wird gefeiert, danach wird verhandelt. Wer dann noch zögert, verliert. So läuft das beim deutschen Rekordmeister – selbst für einen Weltmeister im Tor.
