Neuer schmettert wm-comeback ab – nach madrid-zauber redet nur der körper

Manuel Neuer hat gerade den Bernabéu zur Stummelmaus gemacht, Vinícius und Mbappé in Einzelteilen zerlegt – und schon stochert ein Mikrofon nach der Nationalelf. Dritte Frage, drittes Mal Nein. „Wir brauchen das Thema gar nicht aufmachen“, schnauzt der 40-Jährige, „wo haben wir denn gespielt heute?“ Der Satz hallt durchs Mixed-Zone-Echo wie ein Schlag auf die Klinge: Der Rekordnationaltorhüter macht dicht, Tor zu.

Matthäus feiert, nagelsmann schweigt

Lothar Matthäus will ihn trotzdem wieder in Schwarz-Rot-Gold sehen. „Dieser Neuer ist Weltklasse, gehört in die Nationalmannschaft“, donnert er bei Sky Austria. Dabei wissen beide, dass das Tischtuch zwischen Neuer und Bundestrainer Julian Nagelsmann „so zerschnitten ist, dass der beste Schneider nichts mehr flickt“ – Matthäus’ Worte aus dem Wochenende, jetzt schon legendär. Während also die einen auf Comeback-Tour blasen, pfeift Neuer nur aufs WM-Märchen. Sein Blick gilt dem Rückspiel, dem 2:1 reicht nicht.

Vincent Kompany schwärmt indes vom „besten Torwart der letzten zehn Jahre“, Tchouaméni adelt ihn als „einer der Besten der Geschichte“. Die Statistik liefert nach: Sieben Parade-Saves, drei xG verhindert, ein Pass-Konto bei 92 Prozent – alles Zahlenspielerei für Neuer. „Ich konzentriere mich auf den FC Bayern, fertig.“

Vertrag tickt, wade zwickt – eberl wartat

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Sein Arbeitspapier läuft im Sommer aus, die Wade hatte zuletzt zwei Muskelbündelrisse. „Kleinigkeiten, wie so ein Schnupfen da unten“, zitiert er die medizinische Abteilung, „aber so ein Schnupfen dauert halt.“ Der wahre Grund: Magen-Darm-Infekt, geschwächter Körper, Mikro-Tränen in der Wade. Max Eberl will keine „großen Argumente mehr hören“. April spielen, April überleben, dann reden. „Er braucht nur gesund bleiben, mutig bleiben.“

Neuer selbst bleibt ein Eisberg. Ob er 2027 noch zwischen den Pfosten steht? „Mehrere Faktoren“, sagt er und lächelt dieses leise Lächeln, das seit 2011 Torschützen Albträume bereitet. Die Champions League ist sein letzter offener Pokal, das Nationalteam hat er abgehakt. Madrid war die Visitenkarte, nicht die Einladung. Wer jetzt noch von Katar 2026 faselt, hat nicht zugehört.