Neuer kehrt zurück: nagelsmann findet vielleicht doch seine elf?
Chicago – Ein Raunen ging durch das Soldier Field, als Lennart Karl in der 60. Minute das Feld verlassen musste. Doch Manuel Neuer, der sich geschont hatte, steht bereit. Gegen Curacao am 14. Juni in Houston wird der Kapitän wieder zwischen den Pfosten stehen, so viel ist sicher. Julian Nagelsmann, der Bundestrainer, wirkt trotz des 2:1-Sieges gegen die USA weiterhin wie ein Mann auf der Suche – nach der perfekten Formation, nach der Balance, nach dem letzten fehlenden Puzzleteil.
Die abwehrkette: kontinuität und brown
Ansonsten dürfte die USA-Elf von Samstag in die Startelf rücken. Das bedeutet: Gosens, Mittelstädt, Koch und Henrichs vorerst als gesetzt. Ein Fragezeichen gibt es allerdings auf der linken Verteidigerposition, wo Nathaniel Brown voraussichtlich den verletzten Karl ersetzen wird. Nagelsmann zeigte sich beeindruckt: „Er weiß noch gar nicht, wie gut er eigentlich ist. Er ist demütig und sehr wissbegierig.“ Ein Kompliment, das Brown sicherlich motivieren wird, sich zu beweisen.
Leroy Sané, der mit dem Siegtor gegen die USA glänzte, ist ebenfalls dabei und dürfte den Platz von Karl einnehmen. „Mit Sané waren wir zufrieden, aber er muss einfach immer an die Grenze gehen“, forderte Nagelsmann. Die Erwartungen an den Offensivspieler sind hoch, und er scheint bereit zu sein, diesen Druck auszuhalten.

Die rotation: ein zeichen der stärke
Nagelsmann betonte einmal mehr die Bedeutung des gesamten Kaders. Acht Spieler wechselte er gegen die USA, um möglichst vielen Spielern Praxis zu ermöglichen. „Wir müssen abwarten, ob alle gesund bleiben und wie alle trainieren. Man hat gesehen, dass wir alle Spieler im Kader brauchen. Alle haben Gas gegeben“, so der Bundestrainer. Diese Rotationsbereitschaft ist ein Zeichen der Stärke und Flexibilität, die das Team für das Turnier benötigt.
Joshua Kimmich unterstrich diese Aussage: „Im Laufe des Turniers brauchen wir alle Spieler. Wir müssen als Team wachsen.“ Diese Einstellung, geprägt von Zusammenhalt und gegenseitigem Vertrauen, könnte entscheidend für den Erfolg der deutschen Nationalmannschaft sein. Die Suche geht weiter, aber die Zeichen stehen gut. Denn eines ist klar: Die Konkurrenz im Team spornt jeden einzelnen Spieler an, sein Bestes zu geben. Und das ist gut für Deutschland.
