Zverev vor paris: von olympia-gold bis zum mentalen tief – kann er jetzt schlagen?

Paris fiebert, und Alexander Zverev, der Weltranglisten-Dritte aus Hamburg, steht zum vierten Mal in seiner Karriere in einem Grand-Slam-Finale. Gegner am Sonntag ist der Italiener Flavio Cobolli. Doch der Weg dorthin war alles andere als geradlinig – ein dramatisches Finale, ein Ausraster, olympischer Glanz und tiefe Krisen prägten die Karriere des deutschen Tennisstars. Kann er nun endlich den ersehnten Grand-Slam-Titel holen?

Ein früher start und die ersten stolpersteine

Seine Karriere begann vielversprechend. Mit 16 Jahren gab Zverev 2013 dank einer Wildcard sein Debüt auf der ATP-Tour in Hamburg, verlor aber direkt gegen Roberto Bautista Agut. Bereits zuvor hatte er das Junioren-Finale der French Open erreicht und gewann 2014 die Junioren-Einzelkonkurrenz bei den Australian Open – Deutschland hatte wieder ein Toptalent im Tennis.

Der erste triumph und der durchbruch

Der erste triumph und der durchbruch

2016 folgte der erste Titel in St. Petersburg, ein Sieg gegen den Grand-Slam-Gewinner Stan Wawrinka. Ein Jahr später, in Rom, gelang ihm der erste Masters-Titel, ein glatter Erfolg gegen Novak Djokovic. „Das ist ein ganz besonderer Moment für mich, ich werde mich den Rest meiner Karriere daran erinnern“, erklärte Zverev nach dem Coup, der seinen Aufstieg auf die internationale Bühne besiegelte.

Grand-slam-frustration und die bittere niederlage in new york

Grand-slam-frustration und die bittere niederlage in new york

Die Grand-Slam-Turniere blieben jedoch lange Zeit eine Herausforderung. 2020 verpasste Zverev die Chance auf den ersten deutschen Grand-Slam-Titel seit Boris Becker 1996 in Melbourne denkbar bitter. Im Finale der US Open gegen Dominic Thiem führte er bereits mit 2:1 Sätzen, verlor dann aber in einem epischen Fünf-Satz-Krimi. „Das tut weh. Das ist vielleicht seine schmerzhafteste Niederlage“, kommentierte Boris Becker das Geschehen.

Olympia-gold und der absturz in acapulco

Olympia-gold und der absturz in acapulco

Doch Zverev ließ sich nicht unterkriegen. 2021 schrieb er Geschichte, als er bei den Olympischen Spielen in Tokio Gold gewann – ein Erfolg, der weder Boris Becker noch Roger Federer gelang. Im Finale dominierte er Karen Chatschanow. Nur wenige Monate später, in Acapulco, eskalierte die Situation jedoch: Zverev zerstörte in einem Wutausbruch den Schiedsrichterstuhl und wurde vom Turnier ausgeschlossen. Die ATP verhängte eine Sperre auf Bewährung, und Zverev entschuldigte sich später für sein Verhalten.

Die verletzung in paris und die lange rehabilitation

Der Tiefpunkt folgte 2022 in Roland Garros. Im Halbfinale gegen Rafael Nadal verletzte sich Zverev schwer am Sprunggelenk und musste das Match abbrechen. Die Verletzung setzte ihn für ein halbes Jahr außer Gefecht. Ein Rückschlag, der ihn nicht nur sportlich, sondern auch mental schwer traf.

Mentale probleme und die rückkehr zum erfolg

Nach seiner Rückkehr kämpfte Zverev nicht nur mit den Folgen der Verletzung, sondern auch mit mentalen Problemen. Im Wimbledon-Finale 2025 räumte er ein, sich „generell gesprochen ziemlich alleine“ zu fühlen. Eine dreiwöchige Auszeit tat gut, und er kehrte gestärkt ins Tennis zurück. Seine Revanche gegen Nadal in der ersten Runde der French Open 2026 war ein deutliches Zeichen seiner Form.

Das finale in paris: kann zverev endlich den durchbruch schaffen?

Nun steht er wieder in Paris, im Finale der French Open. Die Vergangenheit hat ihn gelehrt, dass Siege hart erkämpft werden müssen. Die Frage ist: Kann Alexander Zverev die Last der Erwartungen abschütteln und endlich den ersehnten Grand-Slam-Titel holen? Die Antwort gibt das Spiel gegen Flavio Cobolli am Sonntag.