Neuer droht bayern-ausfall gegen atalanta – urbig rückt wieder ins blicklicht
Ein Schlag ins Kontor. Manuel Neuer, der FC Bayern-Kapitän, verließ die Kabine am Freitag mit der Miene eines Mannes, der schon wieder weiß: Es wird eng. Nach 45 Minuten gegen Gladbach meldete die linke Wade erneut. Jonas Urbig rückte ein, Neuer ging. Jetzt steht die Alarmstufe Rot an.
Im verein rechnet man mit einem ausfall
Intern ist man sich laut BILD-Informationen einig: Die Reise nach Bergamo am Dienstag wird der 39-Jährige wohl nicht antreten. Der Europapokal-Knaller gegen Atalanta droht, ohne den Rekordnationaltorwart zu beginnen. Max Eberl spricht in den Katakomben von der „Wade, die Wade“ und kann keine Entwarnung geben. Vincent Kompany betont zwar, dass „das nächste Spiel fast schon da“ sei, doch seine Stimme klingt, als hätte er die Antwort schon vor Augen.
Die Chronologie ist erschreckend. Erst am 14. Februar in Bremen musste Neuer zur Pause raus – Urbig übernahm. Drei Wochen später dasselbe Bild. Und nun? Wieder Urbig, wieder ein Achtelfinale, wieder die Königsklasse. Letzte Saison war es ein Muskelfaserriss, diesmal ist die Diagnose noch offiziell offen. Doch die Befürchtung lautet: Muskelverhärtung, Zwangspause, nächster Neuer-Schock.

Urbig ist kein neuling – das kann den unterschied machen
Der 22-Jährige stand schon im vergangenen Frühjahr gegen Leverkusen im Tor, als Neuer mit einem Riss ausfiel. Urbig blieb cool, Bayern gewann 2:0. Nun die erneute Bewährungsprobe. Sven Ulreich sitzt zwar auf der Bank, doch die interne Tendenz lautet: Urbig von Anfang an. Seine Fußabdrücke sind in der Champions-League-Statistik schon verankert, seine Nerven ebenso.
Bayern hat 72 Stunden, um die Entscheidung zu fällen. Die Mediziner fahnden nach einer Lösung, die keine weitere Reizung riskiert. Denn ein verkappter Muskelfaserriss kann sich bei falscher Belastung binnen Minuten zur Vollbremsung ausweiten. Und niemand vergisst, dass Neuer im Sommer 40 wird. Die Wade erinnert ihn – und den Klub – jeden Tag daran.
Am Dienstag um 21 Uhr in der Gewitternacht von Bergamo wird die Entscheidung fallen. Entweder Neuer steht wieder zwischen den Pfosten, oder Urbig tritt erneut aus dem Schatten. Die Rechnung ist simpel: Ein Torwartwechsel in der K.-o.-Phase kann Bruch oder Befreiung bedeuten. Für den FC Bayern zählt nur, dass das Auswärtstor verhindert wird – egal, wer die Handschuhe trägt.
Die Saison ist zu jung, um schon wieder mit personellen Achterbahnfahrten zu leben. Doch genau das ist der Preis, wenn man mit einem Legenden-Keeper plant, dessen Körper mittlerweile öfter Alarm schlägt als der Schiedsrichter Pfiff. Die nächste Stunde gehört der Wade – und der kalten Logik der Medizin.
