Neto räumt 35-mal auf – uefa trotzdem drauf
35 Entschuldigungen, ein Trikot und trotzdem droht Pedro Neto der nächste Imageschaden. Der Chelsea-Flügelspieler schubste einen Balljungen in Paris so heftig, dass der Junge samt Hocker rückwärts flog – und die UEFA lässt nicht locker.
Der vorfall in sekundenbruchteilen
Minute 90+3, Chelsea liegt 2:5 in der Champions-League-Kracher, Neto will schnell einen Einwurf nehmen. Der Balljunge rollt die Kugel nicht schnell genug herbei. Reaktion des Portugiesen: Schulter-check, Stuhl kippt, Kind landet auf dem Rücken. So kurz ist die Kette zwischen Tempo und Temperament.
Was danach geschah, ist laut UEFA-Bericht „unsportliches Verhalten“ nach Artikel 15. Kein Platzverweis, aber ein Ermittlungsverfahren mit offenem Ausgang. Neto selbst lief nach Abpfiff zu dem Jungen, zog das dreckige Match-Trikot über dessen Kopf und murmelte, wie er später TNT Sports gestand: „Ich glaube, ich hab mich 35-mal entschuldigt. Das bin ich einfach nicht.“

Warum die uefa hart bleibt
Die Diskutierer auf Twitter spalten sich: die einen sehen Ablenkungsmanöver eines unter Druck stehenden Klubs, die anderen einen bedauernswerten Ausrutscher. Für die UEFA zählt nur der Video-Beweis. Seit der Ronaldo-Attacke gegen ein Handy 2022 hat die Behörde Null-Toleranz gegenüber Spieler-Agressionen außerhalb des Spielfelds. Ein ähnlicher Rempler brachte damals einen Spieler von Aston Villa auf die Tribüne – zwei Spiele Sperre plus Geldstrafe.
Netos Problem: Die Entschuldigung kam zwar prompt, aber sie kam nach der Tat. Die Disziplinarkommission kann zwischen einer Verwarnung und einem Spielverbot schwanken. Chelsea reist im Rückspiel nach London – und könnte auf seinen Schnell dribbler verzichten müssen.

Triumph mit beigeschmack
Der 26-Jährige war erst im Sommer für 51 Millionen Euro von Wolves gekommen, um den offensiven Staff zu erneuern. Dre Tore, sieben Vorlagen in 28 Pflichtspielen – keine Bombe, aber stetig. Nun droht seiner ohnehin holprigen Startphase der nächste Rückschlag. Manager Maresca muss Plan B ausarbeiten, während die Anwaltskanzlei des Klubs Akten schreibt.
Der Balljunge selbst ist laut PSG-Angaben unverletzt und durfte nach dem Schock sogar ins Mixed Zone-Foto mit seinem neuen Trikot. Neto kann also nicht mit einem Schuldeingeständnis hausieren gehen, aber mit einem Nachspiel rechnen. Die Moral der Geschichte: Selbst 35 „Sorrys“ zählen nicht, wenn die Kameras laufen.
