Nebel trifft für mainz gegen seinen zukunftsclub – eintracht frankfurt verliert 1:2

Ein Schock kurz vor Schluss. Ein Treffer, der weh tut. Und ein Spieler, der genau diejenigen trifft, die ihn umwerben. Die Eintracht Frankfurt hat im Rennen um die europäischen Plätze einen herben Dämpfer kassiert – und das ausgerechnet durch Paul Nebel, den Mann, den sie selbst ins Visier genommen haben.

Die SGE unterlag beim FSV Mainz 05 mit 1:2 (1:1) und verschenkte die Chance, im Kampf um die Europa-League-Plätze Boden gutzumachen. Während Bayer Leverkusen am Samstag überraschend Punkte liegen ließ, patzte auch Frankfurt. Und das gegen einen direkten Konkurrenten im Transferpoker.

Nebel trifft doppelt – und macht frankfurt das leben schwer

Der 23-jährige Mainzer Offensivspieler traf in der 6. und 89. Minute – letzteres aus dem Gewühl heraus, als die Eintracht alles auf eine Karte setzte. Ein Treffer, der die Hessen auf Distanz hält: Acht Punkte fehlen nun auf Bayer Leverkusen. Für Mainz ist der Sieg Gold wert: Neun Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, nach dem historischen Einzug ins Viertelfinale der Conference League nun auch ein wichtiger Schritt im Kampf um den Klassenerhalt.

Die Ironie: Genau dieser Nebel ist der Spieler, den Frankfurt intensiv beobachtet. Laut SPORT1-Informationen buhlt die SGE seit Monaten um den U21-Nationalspieler. Mainz fordert mindestens 12 Millionen Euro Ablöse – ein Preis, der nach diesem Auftritt wohl nicht sinkt. Nebel selbst wechselte kürzlich seinen Berater, was in der Branche als deutliches Signal gewertet wird. Nach dem Spiel ließ er die Gerüchte offen: „Das könnt ihr interpretieren, wie ihr wollt.“

Burkardt zurück in mainz – mit gemischten gefühlen

Burkardt zurück in mainz – mit gemischten gefühlen

Ein anderer Akteur mit brisantem Hintergrund: Jonathan Burkardt. Der Stürmer, der Mainz im Sommer nach elf Jahren verließ, kehrte zum ersten Mal zurück – und wurde vor dem Anpfiff mit Blumen und einem Bild geehrt. „Ein außergewöhnlicher Spieler“, sagte Sportvorstand Christian Heidel, der die vereinzelten Pfiffe aus dem Publikum scharf kritisierte. Burkardt selbst blieb ohne Tor, aber mit vielen Gedanken.

Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte ihn nicht für die ersten Länderspiele des Jahres nominiert – ein weiterer Weckruf für den 24-Jährigen, der in Frankfurt noch nicht ganz angekommen zu sein scheint.

Frankfurt schwach, mainz effizient

Frankfurt schwach, mainz effizient

Die Eintracht fand nie richtig ins Spiel. Nach frühem Rückstand durch Nebel gelang Nathaniel Brown der Ausgleich (20.), doch mehr war nicht drin. Mainz agierte kompakt, bissig und nutzte die wenigen Chancen eiskalt. Nach der Pause scheiterte Sheraldo Becker noch am Pfosten (84.), doch Nebel hatte das letzte Wort – und damit auch die letzte Kräfte der Frankfurter Hoffnung gebrochen.

Die SGE muss nun gewinnen, gewinnen, gewinnen. Und sich fragen, ob ein Sommer-Transfer wie Nebel wirklich die Lösung ist – oder nur ein neues Problem.