Osnabrück rollt weiter: sieg in sinsheim, tabellenführung fest im griff

Der VfL Osnabrück hat sich in Sinsheim nicht einmal selbst bremsen können. Mit dem 1:0 bei der TSG Hoffenheim II hat Timo Schultz' Truppe die sechste Pflichtsieg-Packung am Stück geliefert – und die 3. Liga inzwischen so weit im Rückspiegel verschwinden lassen, dass selbst die Verfolger nur noch Pixel erkennen.

David Kopacz schraubte die Gäste früh auf Touren. Nach zehn Minuten verlagerte er den Ball mit links behäbig ins lange Eck, bevor die Hoffenheimer Reserve überhaupt wusste, dass das Spiel schon läuft. Der frühe Schock versetzte den VfL kurz in einen Rausch: Kombinationen wie aus dem Lehrbuch, Chancen im Minutentakt, ein Torhüter der Hausherren, der mehr parierte als je zuvor in seiner Karriere. Nur das zweite, dritte, vierte Tor wollte nicht fallen. „Wir haben heute wieder gesehen, dass der Ball nach der Pause schwerer wird“, sagte Schultz später. Gemeint: sein Ball, gemeint: die Liga.

Die verfolger wackeln, osnabrück zieht weg

Denn während die Niedersachsen ihre Siegesserie auf sechs Spiele ausbauten, patzten die direkten Konkurrenten. Energie Cottbus kam gegen den SSV Ulm nicht über ein 1:1 hinaus, Verl schob sich zwar auf Rang zwei vor, bleibt aber fünf Punkte hinter dem Spitzenreiter. Der MSV Duisburg ruderte mit dem 2:1 gegen 1860 München zumindest theoretisch wieder ins Rennen, doch die sieben Punkte Vorsprung, die Osnabrück momentan auf den Relegationsplatz herausgeschraubt hat, lesen sich wie eine Schallmauer.

Der entscheidende Unterschied: Timo Schultz hat eine Mannschaft, die nicht mehr nachlässt, selbst wenn der Gegner in der zweiten Hälfte aufschreit. Gegen Hoffenheim II plätscherte die Partie nach dem Seitenwechsel zwar ausgeglichener dahin, doch die Großchancen blieben auf Osnabrücker Seite. Ein Kopfball von Florian Bäcker knallte an die Latte, ein Solo von Lukas Fröde endete am Aluminium. Die TSG war nur noch mit halben Kräften am Drücker, weil der VfL das Spiel permanent in deren Hälfte verlegte.

Kopacz trifft, duisburg wacht auf

Kopacz trifft, duisburg wacht auf

In Duisburg war die Lage eine andere. Dort brauchte der MSV eine halbe Stunde, um sich aus der Winterpause zu schütteln. Joshua Bitter nagelte den Ball aus 20 Metern ins Eck, ehe Thore Jacobsen per Elfmeter den Ausgleich erzielte – und sich Sekunden vor Schluss mit Gelb-Rot selbst vom Platz schickte. Thilo Töpken nutzte die numerische Überlegenheit in der Nachspielzeit zum Siegtreffer. Zwei Siege aus den letzten fünf Spielen klingen nach Befreiung, sind aber nur ein Pflaster auf einer Saison, die bis vor Kurzem wie ein Offenbarungseid wirkte.

Osnabrück hingen wirkt wie ein Betonfundament. Seit Schultz im Winter das Zepter übernahm, kassierte sein Team erst zwei Gegentore – beide in der Nachspielzeit, als das Spiel längst gelaufen war. Die Offensive traf in denselben zwölf Partien 19 Mal. Die Bilanz: 28 Punkte aus zehn Spielen, ein Schnitt, der selbst Bundesliga-Klubs ins Staunen versetzt.

Am Horizont taucht bereits der 30. Spieltag auf. Dann empfängt der VfL den SC Verl – die letzte Mannschaft, die in dieser Rückrunde noch ungeschlagen blieb. Für Schultz ist das kein Endspiel, sondern eine weitere Station auf einem Weg, der längst über den Aufstieg hinausweist. „Wir wollen den Gegnern den Atem rauben, bevor sie Luft holen können“, sagte er nach Abpfiff in Sinsheim. Die Liga ringt bereits nach Luft. Die nächste Runde fällt in zwei Wochen – und Osnabrück hat den Schlag bereits eingebaut.