Nba sperrt mitchell und champagnie nach slapstick-boxkampf in okc
27 Sekunden vor dem Buzzer flog Ajay Mitchell wie ein aufgeheiztes Raketenstück in die Melee, schubste, schrie und landete prompt auf der Tribüne – diesmal nicht als Held, sondern als Sündenbock. Die NBA reagierte am Donnerstag mit einer Ein-Spiel-Sperre gegen den OKC-Guard und Justin Champagnie. Der Grund: ein Handgemenge, das wie ein verpatzter Stunt aussah und die Partie zwischen den Thunder und den Wizards für Sekunden in einen Amateuring verwandelte.

Blitzkündigung der liga – keine gnade nach 37 sekunden video-review
Die Unparteiischen hatten die Szene längst in Slow-Motion geplättet, bevor die Spieler die Umkleide erreichten. Ergebnis: Mitchell und Champagnie fliegen für das Duell gegen die jeweiligen nächsten Gegner raus, Jaylin Williams entkommt mit einem technischen Foul, Cason Wallace kassiert nur eine Verwarnung. Die Message der NBA ist klar: Wer mitfuchtelt, zahlt – egal ob Starter oder Zwei-Wege-Contract.
Die Zahlen sprechen ohnehin schon gegen die Wizards: 111:132 lautet die Schlussbilanz, OKC feiert den siebten Sieg in Serie, Washington kassiert die 15. Niederlage in 18 Spielen. Doch das Resultat rückte in den Sozial-Media-Kanälen in den Hintergrund, sobald das Video viral ging: Mitchell stürmt aus der Reserve, rempelt Champagnie, der bereits mit Williams aneinandergeraten war, und schafft es, innerhalb von zwei Sekunden zwei Technische zu provozieren.
Intern verlautet aus dem Thunder-Camp, dass Head Coach Mark Daigneault Mitchell bereits in der Kabine zur Rede gestellt habe. „Wir wollen Härte, keine Hirnlosigkeit“, zitiert ein mitgereister Trainer das Credo. Die Front Office kümmert sich nun um Ersatz: Kenrich Williams wird wohl in die Startformation rücken, während Champagnie bei den Wizards den Platz von Deni Avdija übernehmen sollte – ausgerechnet jetzt fehlt ihm die Reisedauer.
Die Strafe kostet Mitchell rund 26.000 Dollar Gehalt – Peanuts für einen Rookie, aber ein Einschnitt in seine Spielzeitkurve. Vor der Aktion hatte er 18 Punkte in 22 Minuten geliefert, danach nur noch vier. Für Champagnie ist es der zweite Rauswurf in dieser Saison, was die interne Leitung in Washington aufhorchen lässt. Manager Will Dawkins ließ wissen, man werde „das Video intern zerpflücken und die Disziplin-Anweisungen verschärfen“.
Die Thunder reisen als klarer Favorit nach Utah, die Wizards müssen ohne Champagnie gegen Orlando antreten. Die Liga hat ihren Präzedenzfall geschaffen: Selbst in einer Saison voller Trash-Talk und Griffeln zeigt der Video-Beweis – wenn die Fäuste fliegen, kostet es sofort Spiel, Geld und Image. Die nächste Schlagerei kommt bestimmt, aber diese beiden Akteure müssen von der Bank zuschauen. So schnell kann ein 8-0-Lauf ins Leere laufen.
