Köln wirft kwasniok raus – wagner muss den klassenerhalt retten
Der 1. FC Köln zieht die Notbremse. Nach sieben sieglosen Spielen und nur zwei Siegen aus den letzten 18 Partien fliegt Lukas Kwasniok mit sofortiger Wirkung. Co-Trainer René Wagner übernimmt das Ruder – und hat neun Spielte Zeit, den achten Abstieg der Klubgeschichte zu verhindern.
Warum jetzt? die zahlen lagen auf dem tisch
Thomas Kessler, Geschäftsführer Sport, sprach von einem „klaren Abwärtstrend“. Die Analyse der Leistungsdaten offenbarte: Köln erzielte in der Rückrunde nur 0,8 Tore pro Spiel, kassierte aber 2,1. Die erwartete Tordifferenz (xG) lag in den letzten fünf Spielen bei minus 5,4 – ein Wert, der selbst in der 2. Liga zu den schwächsten zählt. „Wir haben zu wenige Punkte geholt – das ist die Realität“, sagte Kessler. Die Entscheidung fiel am Sonntagabend, nachdem die Klubspitze elf Stunden lang tagte.
Kwasniok, erst im Sommer von Paderborn gekommen, hatte sich selbst mit dem Rückhalt brüskiert. „Ich bin der absolute Überzeugung: Ich bin der richtige Mann am richtigen Ort“, hatte er noch am Freitag gesagt. Doch die Leitung um Kessler und Präsident Werner Wolf vermied ein Bekenntnis. Stattdessen flatterte am Sonntag die Kündigung ins Hotelzimmer. Der Vertrag bis 2028 ist Makulatur.

Wagners erste aufgabe: den knoten im kopf lösen
René Wagner kennt die Kabine. Er war die verlängerte Stimme Kwasnioks, nun muss er die Mannschaft aus dem Schock holen. Seine erste Maßnahme: ein offenes Training am Montagmorgen, bei dem die Spieler ihre Fragen direkt stellen durften. „Wir reden nicht über Taktik, wir reden über Emotion“, sagte Wagner. Die analytische Arbeit übernimmt dabei Co-Trainer Maximilian Philipp, der am Sonntag noch gemeinsam mit Kwasniok die Videoanalyse erstellte.
Die nächsten Gegner: Leverkusen (Auswärts), Mainz (Heim) und Freiburg (Auswärts). Punkte sind Pflicht, sonst droht der Abstieg vor dem 34. Spieltag. Die Fans reagierten gemischt. Auf der Facebook-Seite des Klubs schreibt ein User: „Wagner ist kein Zauberer, aber er versteht die Seele des Vereins.“ Ein anderer: „Wir brauchen keinen Impuls, wir brauchen einen Klassenerhalt.“
Der Klassiker gegen Gladbach am 16. Mai könnte zur Endscheidung werden. Sollte Köln bis dahingschliddert, winkt das achte Mal Zweite Liga – und ein Verlust von rund 70 Millionen Euro TV-Geldern. Wagner hat 63 Tage. Die Uhr tickt laut.
