Nba schraubt sich auf 32 teams: vegas und seattle kassieren milliarden-klopper
Die NBA stemmt sich in eine neue Dimension. 30 Klubs haben intern grünes Licht für zwei zusätzliche Franchises gegeben – und schalten jetzt den Geldhahn auf: Sieben bis zehn Milliarden Dollar verlangt die Liga pro Lizenz, ein Preis, der kurz vor den 11 Milliarden liegt, die die Los Angeles Lakers 2024 aufgerufen haben.
Die Nachricht kommt zur besten Fernsehzeit. Kurz vor Mitternacht deutscher Zeit twitterte ESPN-Insider Shams Charania das Dokument, das die Besitzer schon seit Monaten im Nacken sitzt: formelle Zustimmung, Expansion zu prüfen. Kein Papierkram, sondern das Startsignal für eine beispiellose Geldumverteilung.

Las vegas und seattle führen die ewige warteliste an
Las Vegas ist kein Zocker-Mythos mehr. Die Stadt hostet bereits das Finalturnier des NBA Cups, die Hallen sind ausverkauft, wenn LeBron James oder Stephen Curry am Strip auftauchen. Seattle wiederum schläft seit 2008 schlecht – als die SuperSonics nach Oklahoma City umzogen, blieb ein riesiger Korbball-Flicken an der US-Westküste. Nun könnte er endlich gestrickt werden.
Doch der Schein trügt. Die Liga verlangt nicht nur Geld, sondern auch politische Garantien. Neue Arenen, Verkehrskonzepte, Hotelkapazitäten – alles muss auf dem Tisch liegen, bevor die 30 Eigentümer erneut abstimmen. Für den Zuschlag braucht es 23 Ja-Stimmen. Intern herrscht Überzeugung: Der Beschluss ist nur noch Formsache.
Die nächste Frage betrifft den Spielplan. Mit 32 Klubs rückt die NBA in die NHL-Struktur – vier Divisionen à acht Teams. Für die Western Conference bedeutet das: jemand muss wechseln. Oklahoma City gilt als heißer Kandidat, könnte in den Osten rutschen und dort Konkurrenz zu Boston und Milwaukee aufbauen. Die Thunder müssten wohl einen Top-Star abgeben, um das Gebilde auszubalancieren. Die Debatte darüber läuft schon auf Twitter, nicht im Vorstand.
Für die Spieler heißt das: mehr Jobs, mehr Gehaltssumme. Die Einnahmen aus den Expansionsgebühren fließen direkt an die Besitzer, nicht an die Gehaltsmauer. Die Salary Cap steigt trotzdem, weil neue TV-Deals mit zwei weiteren Großstädten verhandelt werden. Die Gewerkschaft NBPA rechnet intern mit einem Plus von 300 Millionen Dollar pro Jahr – Geld, das sich im Sommer 2026 im ersten freien Markt bemerkbar machen könnte.
Mark Cuban, Minderheitseigner der Mavericks, pflichtet dem Prozess bei, warnt aber: „Wenn wir die Preise so weit nach oben schrauben, verlieren wir irgendwann die Bindung zur normalen Fan-Kultur.“ Eine Spitze gegen die Finanzinvestoren, die in den letzten Jahren die Anteile an Utah, Phoenix und Memphis aufgekauft haben.
Deutsche Basketball-Fans dürfte ein Detail besonders freuen: Detlef Schrempf, langjähriger Sonics-Star und Vorreiter der deutschen NBA-Welle, könnte als Ehrenbotschafter für Seattle werben. Seattle ohne Schrempf? Undenkbar. Die Stadt wartet auf ein Comeback, der 60-jährige auf einen Triumph, den er 1996 als Finalist knapp verpasste.
Die Liga will die Bewerbungsunterlagen bis Ende Juli gesichtet haben, danach folgt eine Roadshow durch die Kandidatenstädte. Erste Gutachten liegen bereits auf dem Tisch: Vegas plant eine 20.000-Sitzer-Arena direkt neben dem Stadion der Raiders, Seattle will das alte KeyArena umbauen – inklusive Dach, das bei Regen das Flair der alten SuperSonics-Abende zurückbringt.
Für die NBA ist das keine Expansion, sondern eine Explosion. Zwei neue Logos, zwei neue Trikotsets, zwei neue TikTok-Kanäle. Die Marketingabteilung hat schon 15 Milliarden Impressions kalkuliert, bevor der erste Ball geworfen wird. Die Frage ist nicht mehr, ob es passiert, sondern wie schnell die Kasse klingelt.
Die Uhr tickt. 2027/28 ist der frühestmögliche Start, damit die TV-Rechte neu verhandelt werden können. Bis dahin muss nicht nur das Geld fließen, sondern auch der Bau-Staub sich legen. Die NBA schaltet einen Gang höher – und lässt die Konkurrenz erneut alt aussehen.
