Nawrath versiebt sich aus dem wind, laegreid zieht davon

Sechs Mal knallte Philipp Nawrath am Schießstand von Otepää ins Metall, sechs Mal rutschte er im Feld nach hinten. Vom dritten Platz im Sprint bis auf Rang acht – das Podest war nach 12,5 km Jagdrennen nur noch ein ferner Schimmer.

Windböen frustrieren deutsches team

Windböen frustrieren deutsches team

Die Estnische Winterbühne spielte verrückt. Böen peitschten quer über die Scheiben, und kein Athlet schaffte die Maximalleistung: 20 Treffer blieben Utopie. „Man konnte sich auf die Böen beim Anschießen einstellen“, sagte Nawrath in der ARD, „aber im Rennen waren sie noch einen Tick schärfer.“ Die Konsequenz: Strafrunde um Strafrunde, 1:30 Minuten Geschenk an die Konkurrenz.

Sturla Holm Laegreid profitierte. Der Norweger kam trotz seiner einzigen Strafrunde als Erster ins Ziel und kletterte in der Weltcup-Gesamtwertung weiter nach oben. Emilien Jacquelin und Martin Uldal begleiten ihn aufs Podium – beide fünf Fehler, doch ihre Laufzeiten reichten.

Hinter Nawrath herrschte deutsches Funkloch. Justus Strelow nagte sich mit vier Extraschleifen von Platz 41 auf 24 vor, mehr ging nicht. Leonhard Pfund (26.) und Philipp Horn (27.) landeten ebenfalls in der Zone 30, ohne je ernsthaft in Punkteränge zu streichen. David Zobel und Lucas Fratzscher schaufelten sich aus dem Mittelfeld heraus, bleiben aber Außenseiter.

Die Bilanz: Kein Deutscher unter den Top Ten, keine Medaille, nur Frust. Die nächste Chance kommt schon in zwei Tagen mit dem Massenstart. Dann muss der Wind wenden – oder Nawrath seine Schüsse.