Nations league-reform: kleinstaaten sehen em-quali in gefahr!
Ein Sturm der Empörung braut sich zusammen: Fans aus San Marino, Gibraltar, Malta, Liechtenstein und den Färöer-Inseln haben scharf auf die jüngsten Reformpläne der UEFA für die Nations League und die EM-Qualifikation reagiert. Sie fürchten eine faktische Ausgrenzung aus dem europäischen Spitzenfußball.

Die uefa teilt europa – und vergisst die kleinen?
Die Kritik konzentriert sich auf ein neues Gruppensystem, das ab 2028 in der EM-Qualifikation eingeführt werden soll. Demnach werden die 36 Top-Teams aus den beiden höchsten Nations-League-Klassen in Liga 1 zusammengefasst, während die übrigen in Liga 2 abrutschen. Das Problem: Nur die Gruppensieger von Liga 1 qualifizieren sich direkt für die Endrunde. Die restlichen Plätze werden über Play-offs vergeben, an denen auch Teams aus Liga 2 teilnehmen können – allerdings unter deutlich erschwerten Bedingungen.
„Um mehr Spiele gegen Teams auf ähnlichem Niveau abzuhalten, wurde die Nations League bereits vor Jahren eingeführt“, betonen die Fans in einem gemeinsamen Statement. „Es ist daher völlig unverständlich, warum die UEFA nun dieselbe Idee im Qualifikationssystem wiederholt.“ Die neue Struktur, so ihre Befürchtung, würde kleinere Nationen, insbesondere Kleinstaaten ohne realistische Aufstiegschancen, faktisch aus dem Spitzenfußball verdrängen und ihnen das Recht nehmen, überhaupt gegen die besten Mannschaften Europas anzutreten.
Die UEFA verteidigt die Reformen mit dem Argument, sie würden die Wettbewerbsfähigkeit und Spannung der EM-Qualifikation erhöhen. Doch die Fans sehen darin vor allem eine weitere Ungleichbehandlung. „Dieses Vorgehen widerspricht eindeutig den von der UEFA propagierten Werten und dem weitverbreiteten Slogan ‚#footbALL‘“, heißt es in dem Statement. Es geht um mehr als nur Fußball; es geht um die Möglichkeit für kleine Nationen, auf europäischer Ebene mitzuspielen und ihre Identität durch den Sport zu stärken.
Die UEFA hat die Kritik bisher weitgehend ignoriert. Ob die Reformpläne trotz des Widerstands der Fans und kleinerer Nationen umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der europäische Fußball steht vor einer Zerreißprobe, bei der es um die Balance zwischen Top-Nationen und den vermeintlich schwächeren Teams geht. Die Fans aus San Marino und Co. haben jedenfalls ihre Stimme erhoben – und fordern eine gerechtere Zukunft für den Fußball.
