Sinner räumt rom ab und vollendet die serie: mit 24 jahren alle neun masters 1000

Ein Finalsieg, ein Kuss für den roten Sand – und die Tenniswelt hält den Atem an. Jannik Sinner hat in Rom nicht nur Casper Ruud besiegt, er hat Geschichte geschrieben. Mit 24 Jahren und neun Monaten ist der Südtiroler der jüngste Spieler, der alle neun ATP-Masters-1000-Turniere gewonnen hat. Novak Đoković brauchte dafür 31 Jahre.

Die zahlen, die alles sagen

10 Turniere auf der obersten Stufe, 10 Siege – und kein einziger Finalverlust. Sinner hat die „Sunshine Double“ in Miami und Indian Wells, Monte Carlo, Madrid, Rom, Canada, Cincinnati, Shanghai und Paris. Die Liste liest sich wie ein Lehrbuch des modernen Tennis. Dabei war der Weg nach Rom kein Spaziergang: 29 Matches in Serie hat er in dieser Saison gewonnen, nur Pete Sampras, Federer, Muster, Nadal und Đoković lagen je länger vorn.

Die Serie begann Mitte Februar in Rotterdam. Seitdem hat er 14 Wochen nicht verloren. Das ist keine Form, das ist eine Diktatur.

Der tag, an dem panatta platz machte

Der tag, an dem panatta platz machte

Adriano Panatta musste 49 Jahre warten. 1976 stand er als letzter Italiener auf dem Podest des Foro Italico. Sinner sprang nach dem Match zu ihm in die Ehrenloge, umarmte ihn und sagte: „Adriano, l’abbiamo riportato a casa.“ Die Bilder gingen durchs Netz wie ein Tsunami. In den sozialen Medien trendete #GrazieDiEsistere, der Präsident der Republik twitterte Glückwünsche, und in Bolzano schlossen die Schulen früher, damit die Kinder das Finale sehen konnten.

Doch hinter der Party lauert die nächste Marke. Sinner gewann in diesem Jahr bereits Monte Carlo und Madrid. Niemand seit Rafael Nadal 2010 holte alle drei Clay-Masters in einer Saison. Und Paris? Das fehlende Grand-Slam-Stück im Puzzle. Wenn er dort im Juni den Pokal stemmt, wäre er der siebte Spieler der Open Era nach Laver, Agassi, Federer, Nadal, Đoković und Alcaraz, der alle vier Majors besitzt.

Der Davis-Cup-Sieger von 2023 nimmt kein Blatt vor den Mund: „Ich spüre, dass ich jeden Matchball verwandeln kann, egal wer auf der anderen Seite steht.“ Das klingt nach Hybris, ist aber Statistik. Seine Bilanz gegen Top-10-Spieler seit August 2024: 23-2.

Die Konkurrez schaut. Đoković sagte nach dem Halbfinale, er fühle sich „wie 2011“, als er selbst alles wegputschte. Nur dass Sinner schneller ist. Und konstanter. Und 6 Jahre jünger.

Rom war der 29. ATP-Titel, Rekord für Italien. Aber die Zählung läuft weiter. Die Wüste von Roland-Garros wartet. Und mit ihr die Frage, ob sich 2025 das nächste Kapitel eines Buches schreibt, das gerade erst begonnen hat.