Real madrid triumphiert in sevilla – und die fußballwelt atmet auf
Der Real Madrid landete einen souveränen Sieg in Sevilla, ohne dabei die übliche Eskalation auszulösen, die man in solchen Momenten eigentlich erwarten würde. Die Nachricht, dass das Spiel ohne einen daraus resultierenden Machtkampf im Verein verlief, war fast so überraschend wie der Sieg selbst. Ein Fußballabend, der seinen Gang ging, ohne das Land in eine Debatte über Skandale zu stürzen – beinahe schon unfassbar.
Mourinhos schatten und die wachsende ruhe
Die lange beschwönten Geister der Vergangenheit wirken vorerst vertrieben. Während die Verhandlungen um Jose Mourinho noch nicht abgeschlossen sind, scheint allein seine bloße Erwähnung bereits eine beruhigende Wirkung zu haben. In den letzten zehn Jahren war der Name Mourinho stets präsent, wenn der Bernabéu kurz vor einem kollektiven Nervenzusammenbruch stand. Doch dieses Mal ist die Situation so ernst, dass sie den Aufstieg eines Geisters aus der Vergangenheit nicht nur bedroht, sondern ihn tatsächlich als realistische Option aktiviert. Und das, zumindest vorerst, scheint eine gewisse Besänftigung bewirkt zu haben – oder, man könnte es auch so nennen, eine Art pragmatische Angst.
Im Pizjuán präsentierte sich der Real Madrid genau so, wie er es sich wünschte: kurz, bündig und ohne unnötige neue Diskussionen anzustoßen. Mbappé füllte die gesamte Spielzeit aus, ohne als bloße Ergänzung zu gelten; Vinicius traf, und das war das.
Ein fragwürdiger Pfiff. Schiedsrichter Sánchez Martínez interpretierte eine strittige Szene mit philosophischer Gelassenheit, wobei der VAR sich ebenfalls entschieden zeigte, nicht einzugreifen und den Treffer für Real Madrid zu bestätigen. Die Theorie von Real Madrid Televisión, die am Donnerstag von einem „Make-up“ sprach, scheint damit untermauert zu werden.

Sevilla’s nachlässigkeit und thiago’s energie
Das Sevilla unterstützte den ruhigen Verlauf des Abends auf seine eigene Art und Weise. Mit der gefährlichen Intensität eines Teams, das sich bereits gerettet zu haben glaubt, ermöglichten sie den Madrilenen einen komfortablen Spielverlauf. Das Mallorca leistete aus der Ferne eine schwache Gegenleistung und sorgte so dafür, dass die Situation für Sevilla nicht noch schlimmer aussieht. Dennoch gilt der Respekt Luis García Plazas, der Sevilla in den letzten vier Spielen aus einer kritischen Lage herausgeführt hat.
Ein besonderes Lob gebührt Thiago Pitarch, der als Stammspieler überzeugte und dem Real Madrid wichtige Energie verlieh. Seine Einbindung in den Profikader wird als einer der besten Beiträge von Trainer Álvaro Arbeloa in Erinnerung bleiben. Er muss sich noch beweisen, um Stammspieler zu werden, aber in Thiago hat man einen Spieler gefunden, der immer einen Mehrwert bietet – einen, den jeder Trainer gerne in seiner Mannschaft haben möchte.

Ein entspanntes sevilla und mbappé’s pichichi-jäger
Für Sevilla ist die Sorge um den Abstieg kaum mehr existent. Bereits einen Monat zuvor spielte man noch in der zweiten Liga, und nun reist man am kommenden Samstag nach Vigo mit der Gewissheit, gerettet zu sein. Auch wenn das Spiel gegen Real Madrid nicht optimal verlief, sprachen die Ergebnisse des Spieltags für die Andalusier. Der Beginn eines neuen Projekts unter der Leitung von Sergio Ramos, mit dem Ziel, den Verein an seinen rechtmäßigen Platz zurückzuführen, anstatt Saison für Saison um den Klassenerhalt zu kämpfen.
Mbappé sichert sich den Titel. Der französische Stürmer erzielte zwar kein Tor, profitierte aber von der Schwächeleistung von Muriqi und kann die letzte Runde der Liga mit einem Vorsprung von zwei Toren angehen. Er dürfte damit seinen zweiten Pichichi-Titel in seiner zweiten Saison in Spanien gewinnen. Auch wenn er keine Titel gewinnt und der Real Madrid in einer schwierigen Lage steckt, sammelt der Franzose weiterhin individuelle Auszeichnungen ein. Vielleicht ist es keine so schlechte Idee, das Projekt um ihn herum aufzubauen.

Mastantuono’s verpasster moment und abschiede
Mastantuono verpasste knapp den Treffer, als sein Schuss direkt nach seiner Einwechslung am Pfosten landete. Ein guter Schuss aus spitzem Winkel, der jedoch leider nicht im Tor landete. Die Saison war für den jungen Argentinier nicht optimal, aber mit 18 Jahren verdient er eine weitere Chance. Franco hat Potential.
Die Saison des Real Madrid neigt sich dem Ende zu. In sechs Tagen werden mehrere Spieler, darunter Carvajal und Alaba, Abschied nehmen. Beide verdienten einen würdigen Abschied. 'Il Due' verabschiedet sich von einer Lebensleistung im weißen Trikot. Alaba ist das Ende einer Ära eines Profis, dem die Verletzungen seinen Abschied in voller Pracht verwehrt haben. Er verdient es, am Samstag noch einmal auf der großen Bühne zu stehen.
