Giro d'italia: lidl-trek kämpft – milan und ciccone ohne durchbruch
Novi Ligure – Die Enttäuschung steht Bernhard Eisel ins Gesicht geschrieben. Nach der zwölften Etappe des Giro d'Italia 2026 muss der Sportliche Leiter von Lidl-Trek feststellen: Die Hoffnungen auf einen ersten Saisonsieg von Jonathan Milan oder Giulio Ciccone sind vorerst geplatzt. Trotz engagierter Helfer und taktischer Finessen blieb das Team am Mittwoch ohne Erfolg, während andere Teams ihre Chancen nutzten.
Milan verliert den anschluss im finale
Milan, als Top-Favorit für die Sprintetappen in diese Rundfahrt gestartet, konnte im Finale nicht mithalten. „Wir haben es probiert“, erklärte Eisel nach der Etappe. „Wir wussten, dass Movistar etwas probieren und auch NSN mit einsteigen wird. Das dann irgendwie alle fahren, war aber doch eine Überraschung.“ Der Italiener verlor den Anschluss an die Spitzengruppe und rollte als 83. über die Ziellinie. Matteo Sobrero leistete zwar „enorme Hilfe“, aber die Unterstützung durch das restliche Team war, wie Eisel bedauerte, „auffallend wenig“. Ein Mann von Soudal-Quick-Step hätte zurückgerufen werden müssen, um Milan eine realistische Chance zu geben.

Ciccone kämpft, aber die momente stimmen nicht
Auch für Giulio Ciccone läuft der Giro bisher nicht nach Plan. „Heute wie die anderen Tage: Wir sind gut dabei, aber es fehlt ein bisschen“, klagte Eisel. Ciccone attackierte zwar wieder am Ende, doch der entscheidende Moment fehlte. „Dann geht Segaert und alle hören auf zu fahren.“ Die Umstände sprachen gegen den Italiener, der auf seinen Durchbruch hofft.

Derek gee als positiver lichtblick
Während Milan und Ciccone kämpfen, sticht ein anderer Lidl-Trek-Sprinter hervor: Derek Gee. Der Kanadier zeigt einen „Aufwärtstrend“ und rangiert derzeit auf dem achten Platz der Gesamtwertung. „Er verpasste in Ungarn am zweiten Tag die Spitzengruppe, aber am Blockhaus, Corno alle Scale und beim Zeitfahren zeigte er eindrucksvolle Leistungen.“ Das Podium ist für ihn in Reichweite.

Narvaez und die punktwertung
Die Situation in der Punktwertung wird zunehmend spannender. Jhonatan Narvaez (UAE-Emirates-XRG) liegt dem dreifachen Etappensieger Paul Magnier nur noch elf Punkte hinterher. „Jetzt wird es mit dem Ciclamino etwas eng für Magnier“, analysierte Eisel. Die Flachetappen werden entscheidend sein, denn Narvaez sammelt jeden Tag Punkte.
Die nächsten Tage werden zeigen, ob Lidl-Trek seine Taktik umstellen und die Wende schaffen kann. Die Hoffnung stirbt zuletzt, und in Mailand winkt Milan eine neue Chance. Aber eines ist klar: Das Team muss seine Leistung steigern, um in den verbleibenden Etappen erfolgreich zu sein. Die Enttäuschung ist groß, aber die Motivation, zurückzuschlagen, ist ungebrochen.
