Nagelsmanns siegesmaschine läuft heiß: schweiz-test soll lücke zum wm-traum schließen
Julian Nagelsmann hat die deutsche Nationalmannschaft in einen Rausch gespielt: fünf Siege, ein Gegentor, null Niederlagen seit seiner Amtsübernahme. Heute Abend trifft das DFB-Team in Basel auf die Schweiz – und plötzlich fragt selbst der größte Skeptiker: Läuft hier der nächste Große Wurf an?

Warum das spiel in basel mehr ist als ein test
Die Schweiz gilt seit Jahren als Miniatur-Version der großen Fußballnationen: diszipliniert, abgebrüht, immer einen Schritt schneller im Kopf. Genau deshalb ist dieses Duell ein Gradmesser. Nagelsmann will sehen, ob seine Mannschaft auch gegen ein Team bestehen kann, das nicht mit offenem Visier angreift, sondern den Gegner würgt. Die Antwort kommt live – und sie könnte wegweisend sein für den Sommer in Katar.
Die Zahlen sind schon jetzt lautstarke Propaganda: 13:1 Tore in den letzten fünf Länderspielen, 62 % Ballbesitz im Schnitt, 19 verschiedene Torschützen. Nagelsmann rotiert, experimentiert, lässt Musiala im Zehner-Raum tanzen und Kimmich im Halbraum dirigieren. Hinten steht Nico Schlotterbeck, der in Dortmund schon mal für 150 km/h gegen den Ball steht, heute aber gefordert ist, die Linie sauber zu halten.
Die Schweiz wartet mit ihrer eigenen Machtdemonstration: in 14 der letzten 16 Spiele ungeschlagen, dabei nur zwei Niederlagen gegen Deutschland – die letzte 2012. Murat Yakin hat seine Selecção um Granit Xhaka und Manuel Akanji zu einer Art Swiss Army Knife veredelt: kompakt, vielseitig, tödlich im Umschaltmoment. Wer hier nicht aufpasst, wird bestraft – mit oder ohne Ball.
Für die Fans gibt es nur eine Frage: Wie kriege ich das Spiel rein? ARD überträgt ab 20.45 Uhr, parallel dazu flimmert der Stream in der Sportschule-App, ohne Zusatzkosten, ohne Geoblocking. Wer keinen Fernseher hat, klickt sich über den Live-Ticker der FAZ – dort tickert mein Kollege mit Kurznerven und Sekundengenauigkeit.
Doch die eigentliche Show findet woanders statt: in den Köpfen der Spieler. Nach dem 2:0 in Paris und dem 3:1 in Lyon wächst das Selbstbewusstsein, aber auch der Druck. Jeder weitere Sieg schraubt die Erwartungen höher – und genau das will Nagelsmann. „Wir wollen Spitzenreiter sein, nicht nur Teilnehmer“, sagte er nach dem Schlusspfiff in Lyon. Heute in Basel kann er die nächste Etappe markieren.
Kick-off ist um 20.45 Uhr im St.-Jakob-Park. Die Uhr tickt, die Schweiz wartet, und irgendwo zwischen Tribüne und Trainerbank flüstert jemand: Wenn das so weitergeht, fliegt diese Mannschaft nicht nur zur WM – sie fliegt auf dem Siegesjet direkt ins Finale. Und kein Gegner wird sie stoppen wollen.
