Nagelsmann zögert, rüdiger schwankt: real-chef ohne garantie
Julian Nagelsmann baut Antonio Rüdiger nicht mehr automatisch auf. Der Bundestrainer nennt dessen Rückkehr zur alten Dominanz „nicht in Stein gemeißelt“ – eine Ansage, die in Madrid für Stirnrunzeln sorgt.

Real madrid setzt weiter auf „el loco“
Dort gilt der 32-Jährige längst als Abwehrchef, egal ob er gerade trainiert oder humpelt. Bereits unter Carlo Ancelotti spielte Rüdiger mit Schmerzmittel-Cocktail und Bandage, stolz murmelnd: „Wenn es sein muss, spiele ich auch mit einem Bein für Real Madrid.“
Seit Mitte Januar ist er zurück – und dennoch patzte er am Montag gegen Getafe. Eine unglückliche Kopfball-Abwehr landet beim Gegner, Satriano nagelt das 0:1. Kurz darauf wirft ihm ein Kontrahent vor, er habe versucht, „ihm das Gesicht einzuschlagen“. Die Statistik: zweimal ohne Rüdiger in der Startelf, zweimal verloren – auch das Spiel bei Osasuna, wo er geschont wurde.
Nagelsmann beobachtet die Szenen genauso wie die jungen Madriler Innenverteidiger, die Rüdiger momentan mitnimmt: Raul Asensio, Alvaro Carreras, Dean Huijsen. Der Bundestrainer mag das Wort „Abwehrchef“ nicht, spricht lieber von einem „Gefüge-Thema“. Doch genau dieses Gefüge funktioniert in der Blancos-Kabine nur mit Rüdiger. Dort rufen sie ihn liebevoll „El Loco“, weil er in Training und Kabine dieselbe Raserei an den Tag legt wie in Zweikämpfen.
Die Frage ist nicht, ob er spielt, sondern wie lange sein Körper mitmacht. Die Oberschenkel- und Knieverletzungen der vergangenen Jahre nagten an seiner Explosivität. Nagelsmann lobt zwar die „außergewöhnliche Eins-gegen-eins-Stärke im engen Raum“, verlangt aber Gegenleistung: „Es liegt viel an seiner Leistung.“
Für Deutschland steht die Titeljagd an, für Real der Liga-Endspurt. Beide Teams brauchen eine stabile Abwehr, beide blicken auf denselben Mann – und keiner kann sich sicher sein, wie lange die Fassade hält. Die Antwort liefert der Rasen in den nächsten Wochen, nicht das Interviewpult.
