Undav platzt der kragen: 14 tore, null respekt – und hoeneß schießt gegen nagelsmann
Deniz Undav hat es satt. 14 Bundesliga-Tore, Platz zwei der Torjägerliste – und trotzdem wird er beim DFB nur als Notlösung gehandelt. „Mein Name fällt nie auf der Mittelstürmer-Position“, giftet der VfB-Angreifer. Julian Nagelsmann habe seit der Winterpause kein einziges Mal angerufen. Antwort des Bundestrainers? Schweigen.
Am Samstag kehrt Stuttgart nach Mainz zurück – genau dorthin, wo Undav am 26. Oktober mit dem 2:1-Siegtreffer seine Tor-Serie begann. Doch die Gala-Saison nützt ihm nichts, solange Nagelsmann ihn als „falsche Neun“ abtut. „Das geht mir auf den Zeiger“, sagt Undav. „Das höre ich mein Leben lang.“
Hoeneß legt nach – und liefert nagelsmann die anleitung
Sebastian Hoeneß springt seinem Stürmer bei der Pressekonferenz sofort bei. „Denis ist ein absolut kompletter Stürmer“, betont der VfB-Coach. Ob als alleinige Spitze oder hängende Zehn spiele: „Er macht beides überragend gut.“ Die Botschaft ist klar: Wenn du einen Mittelstürmer suchst, ist er schon da – und triftt.
Die Zahlen sprechen für Undav: 14 Tore, 5 Vorlagen, 1,02 Tore pro 90 Minuten – nur Harry Kane liegt vor ihm. Dennoch nominierte Nagelsmann ihn zuletzt im Juni. Damals saß Undav 90 Minuten auf der Bank. Seitdem: Funkstille.

Die baustelle heißt nicht undav – sondern ignoranz
Nagelsmann bezeichnete die Neun-Position jüngst als „Baustelle, die wir schließen müssen“. Für Undav klingt das wie ein Hohn. „Für viele bin ich kein Stürmer, habe aber die beste Quote“, sagt er. Dabei zeigt sich: Wer ihn als reinen Lückenführer definiert, verpasst, dass er im Sechzehner so effizient ist wie kaum ein deutscher Konkurrent.
Hoeneß sieht das pragmatisch: „Seine Variabilität ist fast einzigartig.“ Dass der Bundestrainer diese Qualität nicht nutze, „verstehe ich nicht“. Denn mit Blick auf die EURO 2025 fehlt dem DFB genau das Profil, das Undav liefert: ein Box-Stürmer, der gleichzeitem zwischen die Linien rutschen kann – und trifft, egal wie man ihn deklariert.
Undav selbst will nicht betteln. „Er braucht auch nicht mit mir zu reden“, sagt er über Nagelsmann – aber der Unterton ist messerscharf: Wenn du nicht willst, zeige ich es dir weiter auf dem Platz. Am Samstag in Mainz wird er wieder jagen. 15. Saisontor? Möglich. Dann liegt der Ball auf Nagelsmanns Seite – und der Druck steigt weiter.
