Deutschland trotz klatsche gegen kroatien auf platz zwei – die zahlen lügen nicht

Die Niederlage schmerzt, die Tabelle nicht. Deutschland verliert in der WM-Qualifikation gegen Kroatien, bleibt aber in der FIBA-Weltrangliste auf Rang zwei – und das mit einem Polster, das selbst ein halbes Dutzend Pleiten verträgt.

Die 817,2 Punkte des Welt- und Europameisters reichen, um 85,6 Zähler vor Serbien (808,8) und 86,4 vor Frankreich (807,7) zu bleiben. Alex Mumbru muss die Niederlage gegen Kroatien schlucken, die Rangliste aber spuckt sie bereits wieder aus. Die Formel dahinter ist ein Geheimrezept aus Siegen, Gegnerstärke, Turnierwert und Region – und die USA (893,8) sind trotz Tokio 2021 und Paris 2024 nicht unerreichbar.

Mumbru musste improvisieren – und wurde bestraft

Ohne Schroeder, ohne Wagner, ohne Voigtmann reiste die Mannschaft nach Split. Das Ergebnis: 76:86, die erste Pflichtspiel-Niederlage seit dem EM-Viertelfinale 2022 gegen Spanien. Drei Tage später der Ritterschlag in Bonn: 88:83 n.V., das Rückspiel gehört Deutschland. Die Rangliste rechnet beide Spiele ein, wertet aber das Bonner Spektakel höher – Konkurrenten wie Serbien und Frankreich profitieren davon nicht, weil ihre Gegner schwächer taxiert werden.

Die Folge: Kein einziger Platz verändert sich in den Top Ten. Australien (778,5) und Spanien (774,6) schauen von unten zu, während Kanada (806,0) mit zwei Siegen gegen Brasilien erstmals seit 1994 auf Rang fünf steht. Die größte Sprungwagen-Show liefert Israel: Vier Plätze nach oben auf 27 – dank 50:71 und 59:87 gegen Zypern, die in der Formel als Freifahrtschein gelten.

Die kluft zur spitze schmilzt – aber nur auf dem papier

Die kluft zur spitze schmilzt – aber nur auf dem papier

Die 76,6 Punkte Rückstand auf die USA sind kein Hühnerfleisch, aber auch keine Mauer. Das Team von Steve Kerr schwächelt in der Qualifikation, verliert in Montenegro und lässt sich in Madrid überraschen. Die FIBA-Formel aber belohnt Olympia-Gold stärker als WM-Quali-Pleiten. Deutschland bräuchte also einen Titel in Abu Dhabi 2025 – oder ein weiteres Olympia-Finale –, um die Lücke zu schließen.

Bis dahin zählt nur eins: Die deutsche Mannschaft ist zweiter der Welt, auch wenn sie gerade den kroatischen Fehlstart erlebt hat. Die Rangliste verzeiht, die Konkurrenten warten, und Mumbru kann in Ruhe seine Rotation testen – denn der Vorsprung reicht, um auch die nächste Niederlage zu überstehen.