Halle-neustadt löst trainer-frage: pether krautmeyer übernimmt wildcats 2026
Die Wildcats von Halle-Neustadt haben den Kopf frei: Ines Seidler geht, Pether Krautmeyer kommt. Der 57-jährige Schwede unterschreibt beim SV Union für zwei Jahre, die Handball-Bundesligistinnen planen schon jetzt den Angriff auf die internationale Spitze.
Der Deal ist längst unter Dach und Fach. Krautmeyer, zuletzt Co-Trainer der US-Nationalmannschaft, erhält einen Vertrag bis 2028 und damit Zeit, seine Handschrift zu hinterlassen. „Meine Version des Handballs richtet sich nach den Qualitäten der Spielerinnen“, sagt er knapp. Kein Pathos, kein Blabla – typisch Krautmeyer.

Warum die wildcats sich jetzt schon verpflichten
Weil sie können. Seidler hatte angekündigt, nach der Saison 2025/26 zu stoppen. Die Vereinsführung nutzte die Lücke, um mit einem europaweiten Netzwerk zu jagen. Thomas Wagner, Vizepräsident, spricht von „enormer internationaler Erfahrung“ und einer Spielphilosophie, „die Qualität mit Menschlichkeit verbindet“. Das klingt nach Marketing, ist aber eine Kampfansage an den Rest der Liga.
Krautmeyers Vita liest sich wie ein Roadmovie durch Skandinavien und darüber hinaus: Karlskrona, Holstebro, Kalisz, Tórshavn – in jedem Land hat er Frauen- und Männermannschaften auf Top-Niveau geprügelt. Dazwischen arbeitete er drei Jahre im Stab der dänischen Auswahl, lernte vom besten Handball-Schule-System der Welt. Die Amerikanerinnen holte er 2023 in die WM-Achtelfinals, für Halle-Neustadt soll es jetzt nach Europa gehen.
Die Fans bekommen einen Coach, der nicht schreit, sondern erklärt. Der lieber einmal mehr videostudiert als auf Twitter aktiv ist. Der Spielerinnen nicht verbietet, sondern befähigt. Ein Typ, der in Kopenhagen sagt: „Das System muss sich den Spielerinnen anpassen, nicht umgekehrt.“ Genau das wollten die Wildcats hören.
Die Konkurrenz schaut auf den Plan: Thüringer HC und Borussia Dortmund haben Budget gespart, Halle-Neustadt investiert in Know-how. Wenn Krautmeyer 2026 das Trainingszentrum betritt, beginnt ein neues Kapitel. Die Spielerinnen kennen die Marke schon: hart, aber mit Hirn. Sein Assistent von der US-Auswahl, Physio und Videoanalyst wechseln vermutlich mit. Ein ganzes Team im Gepäck.
Ein einzelner Satz bleibt hängen: „Ich freue mich auf den nächsten Entwicklungsschritt.“ Gemeint ist der von Halle-Neustadt – aber auch der seiner eigenen Karriere. Die Wildcats haben sich ihren Mann gesucht. Ob er liefert, zeigt erst die Spielzeit 2026/27. Bis dahin tickt die Uhr für alle Beteiligten. Und für die Liga.
