Nagelsmann versagt undav den startelf-traum – jetzt droht der nächste dämpfer

Julian Nagelsmann schlägt die Daumenschrauben weiter zu. Deniz Undav, Deutschlands gefährlichster Joker mit drei Toren und zwei Assists, bleibt auch gegen Ecuador auf der Bank. Entgegen allen Prognosen, die den 29-Jährigen bereits als gesetzt sahen, vertraut der Bundestrainer erneut auf Felix Nmecha und Kai Havertz – obwohl beide nach langen Verletzungspausen noch keine 90 Minuten in den Knochen haben.

Das gespräch, das alles änderte

Nagelsmann ließ es am Mittwochabend in der Pressekonferenz platzen. „Wir haben mit allen Spielern gesprochen, wir haben jedes Szenario durchgespielt“, sagte er und wirkte dabei ungewohnt nervös. Die Botschaft: Teamchemie vor Formkurve. „Musiala, Nmecha und Havertz brauchen Minuten, um in den Rhythmus zu finden. Undav weiß, welche Rolle er für uns spielt.“

Was klingt wie ein Kompliment, ist in Wahrheit ein K.o.-Schlag für den VfB-Stürmer. Denn wer einmal als Joker etikettiert ist, verlässt dieses Etikett selten wieder. Die schlechte Nachricht für die Fans in Stuttgart: Ein Sommer-Wechsel rückt damit näher. Premier-League-Klubs haben bereits angeklopft.

Die verlierer des spieltags

Die verlierer des spieltags

Zwei erzwungene Wechsel gibt es dennoch: David Raum ersetzt den angeschlagenen Nathaniel Brown, Antonio Rüdiger rückt für Nico Schlotterbeck nach. Doch auf Undav wartet wieder nur die Rolle des Feuerlöschers – 15 Minuten, um das Spiel zu drehen, keine mehr.

Der Stürmer selbst quittierte die Demütigung mit einem Lächeln. „Wenn ich nicht zufrieden wäre, wäre ich nicht hier“, sagte er. Doch wer genau hinsah, sah die versteckte Faust in der Tasche. Die WM ist für ihn ein Sprungbrett, das plötzlich zur Sackgasse wird.

Um 22 Uhr gegen Ecuador wird er wieder zuschauen müssen – und hoffen, dass Havertz patzt. Denn nur dann bekommt er die Chance, die er sich redlich verdient hat. Die Uhr tickt. Und die Gerüchte aus England werden lauter.