Davies-poker: marsch täuscht die schweiz aus – reicht's?
Vancouver – Alphonso Davies, der Shootingstar des FC Bayern München, sollte sein Comeback bei der Fußball-WM 2026 gegen die Schweiz feiern. Feststand: Nichts. Nationaltrainer Jesse Marsch ließ den jungen Kanadier die gesamte Partie von der Bank aus zusehen, obwohl er im Vorfeld noch signalisiert hatte, mit seiner Einsatzzeit zu rechnen. Ein Schachzug, der für viel Verwirrung sorgte und die Frage aufwirft: War es taktische Finesse oder eine unnötige Verunsicherung des Teams?
Die trikot-farben-verwirrung und der kalkulierte einsatz
Die Partie gegen die Schweiz war nicht nur sportlich spannend, sondern auch farblich ein Augenschmaus – oder eben auch nicht. Während die Eidgenossen in Rot aufliefen und Kanada in Weiß, trugen die kanadischen Fans überwiegend Rot. Eine kuriose Situation, die durch Marschs Erklärung noch weiter verkompliziert wurde: „Alphonso war noch nicht bereit. Ich habe ihn als Ablenkungsmanöver eingesetzt. Er hätte heute ohnehin nicht gespielt.“ Klingt absurd, aber laut Marsch sollte die Schweiz durch die mögliche Anwesenheit Davies' auf dem Platz gezwungen werden, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Ein riskantes Spiel, denn es schlug nicht ein.
Die Schweiz nutzte die Verwirrung und spielte sich mit 1:2 durch. Doch selbst dieser knappe Erfolg reichte, um den Gruppensieg vor Kanada zu sichern. Trotzdem schafften die Kanadier als Zweiter der Gruppe B die K.o.-Runde. Und so könnte Davies, der nach dem Spiel wortkarg blieb, nun tatsächlich doch noch WM-Luft schnuppern.

Das nächste duell: kanada gegen südafrika
Am Sonntag trifft Kanada in Los Angeles auf Südafrika (21 Uhr). Die „Bafana Bafana“ sorgten für eine Überraschung, indem sie Südkorea mit 1:0 besiegten und damit erstmals in der K.o.-Phase einer WM stehen. Ein Weiterkommen für Kanada, unterstützt durch einen fit gewordenen Davies, ist durchaus denkbar. Doch die Leistung von Davies in den kommenden Tagen wird zeigen, ob Marschs riskante Taktik wirklich aufgegangen ist. ARD-Moderatorin Lea Wagner ließ wenig Gutes an der Situation erkennen: „Das hat er irgendwie das letzte Mal auch schon gesagt: Nächstes Mal ist es dann so weit mit Alphonso Davies. Er hat angekündigt, ich gehe fest davon aus, dass er spielt. Und: „Er ist dafür zuständig für die Einwechslung. Hat er doch nicht gemacht. Das war eine fiese Finte.“
Die Uhr tickt für Davies. Kann er nun zeigen, was in ihm steckt, oder wird Marschs Poker am Ende doch nach hinten losgehen?
