Nagelsmann holt schreuder: dfb-kader bekommt ex-hoffenheimer als wm-ass
Alfred Schreuder kehrt zurück – und bringt Julian Nagelsmanns deutsche Nationalmannschaft genau das, was sie vor der Heim-WM 2026 braucht: Luft für Mads Buttgereit und einen zweiten Kopf für die entscheidenden Meter zwischen Pfosten und Latte.
Warum der dfb den niederländer jetzt verpflichtet
Der Verband bestätigte am Dienstag, dass der 53-Jährige mit sofortiger Wirkung ins Trainerteam rückt. Der Plan: Standards werden zur Waffe. „Wir erwarten, dass Eckbälle und Freistöße bei dieser WM eine noch größere Bedeutung bekommen“, sagt Nagelsmann. Die Lösung: Schreuder übernimmt organisatorische Teile des Geschehens auf dem Platz, während Buttgereit sich ganz auf die Feinjustage von Schritten, Anlauf und Timing konzentrieren kann.
Die beiden Testspiele gegen die Schweiz (27. März in Basel) und Ghana (30. März in Stuttgart) dienen als Probelauf. Schon dort wird der Niederländer an der Seitenlinie stehen – mit Headset und Blick auf die iPad-Statistik, nicht nur als Berater, sondern als vollwertiges Mitglied des Stabes.

Alte hoffenheimer verbindung als turbo
Nagelsmann und Schreuder kennen sich aus gemeinsamen Tagen bei der TSG Hoffenheim. Damals 2016 war der Deutsche 28, ein Wunderkind mit Clip-Board und Power-Point. Schreuder war sein Gegenpol: erfahren, detailverliebt, sprach mit Spielern auch mal holländisch, wenn es schneller ging. Diese Chemie will der Bundestrainer jetzt ein zweites Mal entzünden.
„Ich schätze Alfred als Trainer und Menschen sehr“, sagt Nagelsmann. „Er ist mit seiner Erfahrung ein enormer Gewinn für unser Team.“ Klingt nach Standard-Floskel, ist es nicht. Denn hinter den Kulissen wussten DFB-Interne: Die bisherige Belastung auf Buttgereit war zu hoch. Videos schneiden, Gegner analysieren, Einheiten planen – und dann noch jeden Freistoß bis zur Perfektion einstudieren. Das soll sich ändern.

Die personelle besetzung im überblick
Neben Nagelsmann, seinen Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner sowie den Torwart- und Athletikcoaches komplettiert Schreuder nun ein siebenköpfiges Expertenteam. Die Aufgaben sind klar verteilt: Schreuder steuert taktische Varianten bei, Buttgereit liefert die killerischen Details. Ergebnis: Die Nationalspieler bekommen mehr Wiederholungen in kürzerer Zeit – ein Vorteil, der in K.o.-Spielen über Achtel- oder Viertelstunden entscheiden kann.
Schreuder selbst spricht von einer „großen Ehre“ und nennt Nagelsmanns Mut damals in Hoffenheim prägend. Diese Wertschätzung ist kein Zufall. Wer mit Julian arbeitet, muss Daten lieben – und manchmal auch länger als Mitternacht im Training bleiben. Genau das hat Schreuder stets getan.
Warum das timing perfekt ist
Noch sind 100 Tage bis zum Turnierstart. Die Gruppengegner stehen, die Fitnesspläne laufen auf Hochtouren. Jetzt noch einen erfahrenen Kopf dazuzustellen, ist kein Zufall, sondern Kalkül. Denn Standards waren bei den letzten Turnieren Deutschlands Achillesferse. Laut Opta erzielte die DFB-Elf bei WM und EM der vergangenen zwölf Jahre nur 7,4 Prozent ihrer Tore nach Ecken oder Freistößen – im internationalen Vergleich ein Wert im unteren Drittel.
Die Botschaft ist klar: Wer zu Hause Weltmeister werden will, muss aus jeder Situation treffen. Mit Alfred Schreuder hat Nagelsmann jetzt den Mann an Bord, der dafür sorgt, dass aus „eventuell“ „sicher“ wird.
