Musiala bleibt außen vor: die 10 bleibt frei – nagelsmanns signal für den wm-traum
Die Nummer zehn ruht, aber sie ruht nicht in Vergessenheit. Im März-Doppel der Nationalmannschaft gegen die Schweiz und Ghana bleibt Jamal Musialas Rückennummer unberührt – ein stiller Vertrag zwischen Bundestrainer Julian Nagelsmann und dem verletzten Münchner.
Der 23-Jährige fehlt nach wie vor mit Nachwirkungen seiner Sommerblessur, doch die Leere auf dem Trikot spricht lauter als jedes Pressestatement: Musiala ist Teil des WM-Kerns, auch wenn er gerade nicht laufen kann. In Basel und Stuttgart trägt niemand das Magische Zehn – die einzige Lücke zwischen Eins und 26.

Warum nagelsmann jetzt schon plant
Der Bundestracher nennt es „Rücksicht vor der Crunchtime beim FC Bayern“. Klingt nach Diplomatie, ist taktische Vorausschau. Wer im Mai in der Champions League brennt, soll im Juni nicht schon wieder Asche sein. Also lässt Nagelsmann seinen Spielmacher daheim, wo Therapeuten statt Reporter die Taktik bestimmen.
Die Entscheidung wirft ein Schlaglicht auf den engen Zeitplan bis zur WM in den USA, Mexiko und Kanada. Innenminister für die Kreativzone ist aktuell Kevin Schade, der überraschend die Neun erhält – eine Nummer, die sonst Mittelstürmern vorbehalten ist. Flügelstürmer oder nicht: Schade soll Torgefahr transportieren, nicht bloß Trikotstoff.
Zwischen den Pfosten rückt Oliver Baumann zur Eins auf. Der Hoffenheimer ersetzt den verletzten Marc-André ter Stegen und trägt damit die einzige Position, die keine Rotation erlaubt. Kapitän Joshua Kimmich behält seine Sechs, obwohl ihn Nagelsmann rechts in der Abwehrkette sieht – ein Kompromiss, der seine Doppelfunktion unterstreicht.
Neuankömmling Lennart Karl erhält die 25, die letzte Chance, sich vor der Endrunde noch einen Stammplatz im Koffer zu sichern. Die Zahl ist kein Geschenk, sondern eine Deadline: In den nächsten 90 Tagen muss er beweisen, dass er nicht nur mitreist, sondern mitspielt.
Die Nummer zehn hingegen wartet. Nicht auf dem Platz, aber im Kopf aller Beteiligten. Wenn Musiala zurückkehrt, muss er nicht neu anfangen – er fällt nur ein in eine Lücke, die man extra für ihn freigehalten hat. In einem Sommer, in dem jeder Tag zählt, ist das die ruhigste Revolution, die Nagelsmann sich leisten kann.
