Mourinho spuckt gift: rot-karte, verräter-vorwurf und das 2:2 gegen porto
José Mourinho ist wieder der Hauptdarsteller, ob er will oder nicht. Im Estádio da Luz endete das Spitzenspiel 2:2, doch die Tabelle interessiert nach dem Schlusspfiff nur noch am Rande. Die Geschichte heißt: Mourinho sieht Rot – und explodiert.
Ein 17-jähriger schockt benfica, mourinho schockt alle
Oskar Pietuszewski, erst seit Januar 17, jagt den Ball mit dem ersten Kontakt ins Kreuzeck. 0:1. Kurz vor der Pause folgt das 0:2 durch Galeno. Das Stadion verstummt, die Meisterschaft schien weg. Doch Leandro Barreiro trifft in der 88. Minute zum Ausgleich – und Mourinho verliert die Beherrschung. Er schlägt einen Ball Richtung Porto-Bank, der Schiri zückt Rot. Die Provokation ist nicht neu, die Strafe schon.
In der Kabine geht es weiter. Lucho González, Portos Co-Trainer und früherer Mittelfeld-Motor, beschimpft Mourinho lautstark als „Verräter“. Mourinho kontert mit einem Offenen Brief in Person: „Ich habe in Porto meine Seele verkauft, 17 Titel geholt, den Pokal der Pokale. Wer hat wen verraten?“

Der meisterkampf bleibt offen, die wunden nicht
Die Zahlen: Porto führt mit vier Punkten vor Sporting, sieben vor Benfica. Noch neun Spieltage. Doch die Frage, die morgen in den Cafés Lissabons lautet: Wie lange dauert es, bis Mourinho wieder auf der Tribüne sitzt? Die Liga prüft ein zusätzliches Spiel Sperre wegen „unsportlichem Verhalten“. Dann würde der Chefcoach zwei Schlüsselspiele von der Bank aus koordinieren müssen.
Barreiro, der Luxemburger, wird zum Held, Pietuszewski zum Teenager-Star. Beide werden in den sozialen Netzwerken gefeiert. Doch der Algorithmus spuckt nur ein Bild aus: Mourinho, rot angelaufen, den Ball kickend – das Emotionsbild der Woche. Es ist das achte Mal in seiner Karriere, dass er auf der Bank fliegt. Kein aktiver Trainer kassiert häufiger.
Francesco Farioli, Portos jüngster Seriensieger, gibt sich diplomatisch: „Ich habe die Szene nicht gesehen, ich habe nur meine Enttäuschung gespürt.“ Die Enttäuschung, dass seine Mannschaft die große Chance auf die vorzeitige Vorentscheidung liegen ließ. Sporting hatte tags zuvor in Braga nur 2:2 gespielt.
Am Ende steht ein 2:2, das wie eine Niederlage für alle Beteiligten wirkt. Porto verschenkt Vorsprung, Benfica verspielt die Chance, den Rückstand zu verkürzen, Mourinho verspielt seine Anwesenheit auf der Bank. Die Liga gewinnt – denn sie behält das letzte Wort. Und Mourinho? Der fliegt erst mal raus, aber niemand glabt, dass er leise sein wird.
