Mouratoglou deckt alcaraz’ motivationsloch auf: „er ist gelangweilt“

Carlos Alcaraz flog in Miami raus – und Patrick Mouratoglou liefert sofort die brisante Diagnose. Der Super-Coach, der schon Serena Williams und Naomi Osaka coachte, sagt: Der 22-Jährige leidet unter Siech-Genug-Gefühl. „Mein Gefühl: Carlos ist gelangweilt. Sieben Grand-Slams, zig Masters – ein 1000er wirkt auf ihn wie ein Freitagsspiel in der zweiten Liga“, sagte Mouratoglou nach dem Achtelfinal-Aus gegen Peter Korda.

Die warnung: „das wird ihn einholen“

Mouratoglou zieht direkt die Schlagzeile weiter: Wer sich nur noch für die ganz großen Brocken erwärmt, verliert irgendwann den Schalter für die kleinen. „Er nimlt Outsider nicht mehr ernst, weil er weiß: Ich kann jederzeit einen Gang hochschalten. Aber genau das ist das Problem – den Gang findet er dann nicht mehr rechtzeitig.“ Beleg liefert der Franzose mit dem Match gegen den Qualifikanten Fonseca. „Schon da fehlte die Spannung. 24 Stunden später folgte die Klatsche gegen Korda.“

Alcaraz selbst lieferte auf dem Court das Soundbite des Tournaments. Mikro am Netz, Atem noch rau: „Ich will nach Hause, ich kann nicht mehr.“ Später im Presseraum versuchte er, sich selbst zu erklären. „Ich wusste, dass die Jungs gegen mich aufdrehen. Aber heute habe ich einfach keine Lösung gefunden.“

Mouratoglou sieht ein muster

Mouratoglou sieht ein muster

Der Coach verweist auf frühe Runden bei Roland Garros, Wimbledon und New York. „Die Leute fragen: Warum startet er schlecht? Weil ihm das Niveau fehlt, das ihn wachhält. Er akzeptiert Breaks, weil er glaubt, sie ohnehin zurückzubrechen. Spätestens im Viertel- oder Halbfinale ist das Spiel dann weg.“ Mouatoglou schickt eine direkte Botschaft an den Spanier. „Vielleicht denkt er ‚scheint egal‘. Aber er muss umschalten, bevor das Selbstvertrauen selbst zum Gegner wird.“

Für Alcaraz steht jetzt eine Saisonpause bevor, die viel mehr ist als Erholung. Sie ist die Frage: Will er Geschichte schreiben – oder nur noch seine Highlights wiederholen? Die Antwort bestimmt, ob er mit 23 schon auf der Achterbahn der Has-beens sitzt – oder den nächsten Slam klar im Visier.