Moritz ende entwirft den handball von 2035: gaming-coup, usa-offensive und 3x3-knaller

Moritz Ende schlägt mit dem Rechtsaußen-Arm zu – diesmal nicht zum Tor, sondern in die Tastatur. 16 000 Follower lauschen auf Instagram, wenn der ThSV-Profi den Handball entrümpelt. Jetzt liefert er vier Zukunftsszenarien, die binnen zehn Jahren die Sportart umbauen könnten.

Erste these: handball erobert den gaming-markt

Endes Rechnung: Wenn Publisher wie EA Sports oder Kollegen aus Asien Handball-Titel mit FUT-Modus und TikTok-fähigen Skills raushauen, springt die globale Awareness. „Junge Zielgruppen“ würden gezielt abgeholt, der Sport wäre plötzlich in jedem zweiten Stream zu sehen. Die Konsole als Werbetrommel – simpel, aber bislang sträflich vernachlässigt.

Zweiter punkt: college-boom in den usa

Zweiter punkt: college-boom in den usa

Der 29-Jährige fordert Universitäten heraus: Erkennt Handball als „perfekten Hallensport“ – schnell, körperlich, spektakulär. Basketball-Athleten mit Speed und Sprungkraft sollen umgeschult werden, ein Stipendienfonds entsteht. Ende erinnert an die Leichtathletik-Vergangenheit vieler US-Handballer und sieht Potenzial für 300 Millionen Einwohner, die bislang nur durch Olympia-Highlights kurz geschaut haben.

Dritter vorschlag: eine super-woche statt verstreuter events

Dritter vorschlag: eine super-woche statt verstreuter events

Final Four der Champions League, All-Star-Game, eHandball-Turnier, Fan-Convention – alles an einem Ort, alle Stars nah. Ende nennt es „Super Bowl der Hallen“. Die Einnahmen aus Ticketing, TV und Merchandising würden durch die Decke gehen, Sponsoren stünden Schlange. Die EHF prüft laut Insidern bereits ein Pilotformat für 2027.

Vierte idee: 3x3-handball auf dem kleinfeld

Ende kopiert 1-zu-1 das Basketball-Modell, das 2020 olympisch wurde und in Paris Gold für deutsche Damen brachte. Platzbedarf: eine Hälfte, keine Umzäunung, urbaner Charme. Turniere lassen sich auf Dächern, in Einkaufszentren oder am Strand veranstalten – Content-Gold für soziale Medien. Die Variante senkt zudem Kadergröße und Reisekosten, ein Argument für Verbände mit klammen Kassen.

Die Zahlen sprechen für sich: 430 Millionen Basketball-3x3-Videoaufrufe auf TikTok allein 2024. Ende glaubt, dass Handball mindestens ein Drittel dieser Reichweite kassieren kann, wenn man rechtzeitig startet.

Internationaler Verband, Liga-Bosse und Spielergewerkschaft reagieren vorsichtig offen. „Interessant, prüfen wir“, heißt es aus der IHF-Zentrale. Die Deutsche Sporthochschule Köln bestätigt Studienanfragen zu 3x3-Spielformaten. Und ThSV-Manager Ronald Rinas sieht Marketing-Chancen: „Wenn Moritz die Reichweite mitbringt, sind wir dabei.“

Ende selbst bleibt bodenständig: „Ich bin kein Visionär, nur ein Spieler, der die Lücken sieht.“ Trotzdem hat er sich festgelegt: 2035 will er bei der ersten „Handball Super Week“ als Moderator durchs Programm führen – und nicht mehr nur als Rechtsaußen jagen. Die Uhr tickt, die Sportart auch.