Monaco-eklat: mike james schubst teamkollegen nach pleite
Istanbul, kurz nach dem Schlusspfiff – und AS Monaco liefert das Bild, das kein Verein nach einer 70:88-Klatsche gebrauchen kann. Mike James und Elie Okobo, beide Guards, beide Teamkollegen, gehen auf dem Parkett aufeinander los. Erst ein hitziges Wortgefecht, dann ein Schubser von James, der Okobo in eine Gruppe von Mitspielern treibt. Umstehende Akteure müssen eingreifen. Die Szene dauert nur Sekunden – aber sie sagt alles über den Zustand dieser Mannschaft.
Was auf dem feld passiert ist und was danach kam
Okobo blieb nach dem Vorfall auf dem Parkett, absolvierte den üblichen Handschlag mit den Gegnern, als wäre nichts gewesen. James dagegen verschwand sichtlich aufgebracht Richtung Kabine. Minuten später meldete er sich auf X mit genau einem Wort – beziehungsweise einem Hashtag: #blamemj. Ob das Selbstkritik ist, Ironie oder ein Fingerzeig auf jemand anderen, ließ er bewusst offen.
Solche Posts sind selten zufällig. James weiß, wie soziale Medien funktionieren. Er weiß, dass dieser Hashtag Debatten auslöst. Und er weiß, dass Monaco gerade nicht der Ort ist, an dem man Feuer mit Benzin löscht.

Sieben niederlagen in acht spielen – die tabelle lügt nicht
Das sportliche Bild ist düster. Monaco hat sieben der letzten acht EuroLeague-Partien verloren und steht mit einer Bilanz von 16:14 auf Platz zehn der Tabelle. Kein freier Fall, aber ein gefährliches Gleiten in die falsche Richtung. Die Playoffs rücken nicht näher – sie entfernen sich.
Ausgerechnet James, der Unruhestifter vom Abend, ist dabei noch einer der wenigen, die liefern. 16,8 Punkte und 6,7 Assists pro Partie in dieser Saison – das sind Zahlen, die in keinem funktionierenden Team zur Eskalation führen sollten. Und genau das macht die Szene so beunruhigend. Wenn ein Leistungsträger seinen Mitspieler schubst, ist das kein Einzelfall. Das ist ein Symptom.

Monaco steht vor mehr als einer sportlichen krise
Niederlagen lassen sich erklären, aufholen, wegtrainieren. Aber wenn die Chemie in einer Kabine bricht, wenn Frustration auf dem Spielfeld in körperliche Auseinandersetzungen mündet, dann braucht ein Verein mehr als einen neuen Matchplan. Monaco braucht jetzt vor allem eines: Führung. Innerhalb der Mannschaft, nicht nur auf dem Trainerzettel.
Die EuroLeague verzeiht wenig. Und die Konkurrenz schaut gerne zu, wenn sich ein Team selbst zerlegt.
