Mihambo springt auf silber, ogunleye patzt: istaf liefert wm-vorahnung

6,57 Meter reichten nicht. Malaika Mihambo landete beim ISTAF Indoor auf Platz zwei – und kassierte damit ihre erste Niederlage nach fünf Siegen in Serie. Die Weitsprung-Olympiasiegerin musste sich der Niederländerin Pauline Hondema geschlagen geben, die dieselbe Weite markierte, aber den besseren zweitbesten Sprung vorweisen konnte. Ein Zentimeter fehlte Mihambo am Ende, ein Hauch, ein Atemzug.

Die wm-tickets bleiben in der tasche

Die 32-Jährige hatte schon vor dem Wettkampf angekündigt, die Hallensaison nach diesem einen Auftritt zu beenden. Kein Toruń, keine Hallen-WM. Der Grund: „Ich fühle mich körperlich nicht ganz da“, sagte sie nach dem Sprung. Die Entscheidung ist kein Rückzieher, sondern Strategie. Die Freiluftsaison ist ihr Ziel, Paris 2027 schon im Blick. Mihambo nutzte den Winter, um Grundlagen zu legen – nicht, um Rekorde zu jagen.

Yemisi Ogunleye dagegen wird nach Polen fliegen – und genau das wird ihr Problem. Die Kugelstoß-Olympiasiegerin kam in Berlin auf 19,08 Meter, Platz drei. Jessica Schilder warf 20,69 Meter, Weltjahresbestleistung. Die Niederländerin wirkt unerreichbar. Ogunleye selbst sagte nach dem Wettkampf: „Ich habe heute nicht mein Gefühl gefunden.“ Die 20,37 Meter aus Dortmund blieben ein isolierter Höhepunkt.

Die deutsche halle wird eng

Die deutsche halle wird eng

Katharina Maisch landete mit 18,36 Meter auf Rang sechs. Keine Deutsche kam auch nur annähernd an Schilder heran. Für das Bundesamt für Sport wird die Bilanz der Leichtathletik-Winterspiele ein Schock: kein einziger deutscher Sieg bei den Top-Meetings, keine realistische Medaillenhoffnung in Toruń außer Ogunleye – und selbst die wirft derzeit einen Meter weniger als die Konkurrenz.

Mihambo wird in den nächsten Wochen ins Warme abtauchen, Ogunleye muss sich in die Kälte stürzen. Die eine baut ihre Serie aus, die andere ihre Nerven. Die Saison beginnt erst, aber die Richtung ist klar: Wer jetzt nicht trifft, wird im Sommer zittern.