Mcilroy attackiert rahm: ryder-cup-platz in gefahr
Rory McIlroy lässt den Handschuh fallen. "Nur einer denkt anders, und das ist eine Schande", sagt der Norweger in Orlando und meint Jon Rahm. Der Spanier weigert sich, die von der DP World Tour geforderte Geldbuße für seine LIV-Ausflüge zu zahlen, und schlittern dadurch aus der direkten Ryder-Cup-Qualifikation. Seit 2018 war Rahm immer dabei – jetzt steht seine Teilnahme in Rom auf dem Papier nur noch als Gast zur Debatte.
Mcilroy zieht die schraube an
Die Worte klingen wie ein offener Brief an das europäische Team. McIlroy, der sich seit Jahren für die Tour-Loyalität einsetzt, wettert: "Wenn man irgendein Mitglied fragt, werden alle sagen, dass das Angebot großzügig war." Die Achterbahn der letzten Monate – LIV-Wechsel, Reintegration, Streit um Startrechte – erreicht ihren Höhepunkt. Rahm empfindet die Forderung nach sechs Pflichtturnieren als Erpressung, will nur vier bestreiten und damit die Regularien umgehen. Folge: keine Qualifikationspunkte, kein Automatismus, kein Anrecht.
Doch die Sache hat einen zweiten Boden. McIlroy wettert nicht nur aus persönlicher Rivalität. Er schützt ein System, das den Ryder Cup seit 1979 am Leben hält: Geld gegen Sperren, Prominenz gegen Pflicht. "Der Ryder Cup ist größer als jede einzelne Person", betont er und stellt damit klar, dass Selbstverliebtheit kein Ticket nach Rom ersetzt. Dahinter steckt die Angst der European Tour, dass weitere Stars die extralange Geldbörse der Saudis schwenken und die Kontinentalmannschaft auseinanderbröckelt.

Rahm steht auf verlorenem posten
Die arithmetische Lage ist gnadenlos. Ohne die sechs Starts fehlen die Punkte, ohne Punkte bleibt nur der Captain’s Pick – und den vergibt Luke Donald unter öffentlichem Druck. Fünf Kollegen haben bereits zugestimmt, unter ihnen Tyrrell Hatton und Ian Poulter, die sich trotz LIV-Engagements an die Spielordnung hielten. Rahm hingegen pokert mit dem Prestige des größten Teamspektakels im Golfsport. Sein Argument, man solle ihm seine vier Turniere zugestehen, klingt wie ein Eigentor: Wer Regeln als Werkzeug missbraucht, verliert am Ende das Spiel.
McIlroy kann sich den Spuck nicht mehr verkneifen. Er erinnert daran, dass die Bühne Ryder Cup kein Schönheitswettbewerb ist, sondern ein Konstrukt aus Loyalität, Leistung und Logik. "Wir sollten alle dankbar sein, Teil von etwas zu sein, das größer ist als wir selbst", sagt er – und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Die Botschaft ist unmissverständlich: Geh mit, oder geh weg. Bei der Zeremonie in Rom fehlt dann vielleicht das Gesicht eines Superstars – doch das Narrativ des Cups lebt davon, dass niemand unersetzlich ist, sondern nur das Trikot mit der Flagge auf der Brust zählt.
