Matthäus deckt auf: warum sitzt neuer wirklich auf der bank?

Bayern ohne Manuel Neuer im Tor – das ist schon eine Nachricht. Doch dass der Weltmeister gesund auf der Bank hockt, während Jonas Urbig spielt, das lässt Lothar Matthäus stutzen. In seiner Sky-Kolumne packt der Rekordnationalspieler jetzt aus: „Wenn ich nicht spielte, bin ich nicht mitgeflogen, sondern habe Zeit mit meiner Familie verbracht.“

„Erholung bedeutet nicht, mit dem team zu reisen“

Matthäus spricht aus Erfahrung. Unter Ottmar Hitzfeld saß er selbst öfter mal außen vor. Sein Credo: Wer nicht auf dem Platz steht, sollte den Kopf frei bekommen – nicht im Stadion, sondern daheim. Die Frage, die er sich stellt: Warum fliegt Neuer trotzdem nach Bergamo, wenn Urbig ohnehin spielt? Mit Sven Ulreich steht schließlich ein dritter Keeper bereit.

Die Antwort liegt im Machtgefüge des FC Bayern. Neuer ist Kapitän, Gesicht, Anführer. Seine bloße Präsenz beruhigt Mitspieler, selbst wenn er nur die Ersatzbank wärmt. „Wenn Manuel im Tor steht, spüren alle eine andere Ruhe“, schreibt Matthäus. Urbig beeindruckt ihn zwar – „er strahlt schon Sicherheit aus“ –, doch das Original ist eben noch mal eine andere Hausnummer.

Muskelfaserriss nummer drei – die uhr tickt

Muskelfaserriss nummer drei – die uhr tickt

Derzeit ist die Debatte sowieso vom Verletzungspech überschattet. Neuer zog sich beim Spiel in Gladbach den dritten Muskelfaserriss seit Ende Dezember zu. Urbig darf weiter strahlen, die Bayern prüfen, ob sie mit ihrem 39-jährigen Kapitän verlängern. Gespräche sollen um seinen 40. Geburtstag am 27. März anstehen.

Matthäus wirft den Blick voraus: „Gewinnt Bayern das Triple, wäre das ein idealer Schlusspunkt.“ Doch das Letzte Wort hat Neuer. „Er sollte aufhören, wenn Körper und Kopf nicht mehr die nötige Motivation liefern“, fordert Matthäus. Bis dahin bleibt die Frage, ob die Bank wirklich der richtige Platz für die Torhüter-Legende ist – oder einfach nur verschwendete Zeit.