Maier eilt als einzelkämpferin ins montafon – dsv-männer nur mit notbesetzung

Der deutsche Skicross feiert am Mittwoch seine Heldinnen und beklagt seine Helden. Daniela Maier fliegt als Goldrausch-Frau nach Vorarlberg, während die Männer mit vier Ersatzfahrern anreisen – zwei Stars ausgefallen, Saison teils beendet.

Die bilanz nach kopaonik: ein triumph, zwei kreuze

Ende Februar jubelte Tim Hronek noch über seinen ersten Weltcup-Sieg, Sekunden später rutschte er weg, knallte aufs Eis. Erfolg und Verletzung lagen nur Sturz und Sieg auseinander. Dasselbe Rennen riss auch Florian Wilmsmann mit. Sportdirektor Heli Herdt spricht von „einem Schicksalsschlag für das gesamte Team“.

Die Diagnosen sind gnadenlos: Syndesmose-Riss links – Operation, zwei Monate Pause – und ein angerissenes Innenband im linken Knie. Hronek schaut auf eine mögliche Rückkehr beim Saisonfinale in Idre, doch ein Termin ist noch Zukunftsmusik.

Montafon wird zum endspiel der reserve

Montafon wird zum endspiel der reserve

Jonas Bachl-Staudinger, Florian Fischer, Kilian Himmelsbach und Niklas Illig bilden nun das Quartett, das am Mittwoch in die Qualifikation startet. Keiner von ihnen stand bisher in dieser Saison auf dem Stockerl. „Wir reisen mit dem, was bleibt“, sagt Herdt. Die Favoritenrolle übernimmt prompt die Gegenseite.

Bei den Frauen sieht die Rechnung anders aus. Daniela Maier, frisch gekürte „Sportlerin des Monats Februar“, führt das Aufgebot an. Mit 145 Punkten Rückstand auf die Kristallkugel ist die Mission so gut wie unmöglich – aber das war die Olympia-Goldmedaille in Peking auch.

Leonie Bachl-Staudinger, Luisa Klapprott und Veronika Redder komplettieren das Damenquartett. Sie alle wissen: Ein Podestplatz hier kann die Saison retten, auch wenn die große Kugel abzureisen droht.

Die nächsten fünf Rennen entscheiden über Platzierungen, Preisgeld und mentale Eindrücke für 2027. Für die deutschen Skicrosser beginnt im Montafon ein Neustart auf Sparflamme – mit einer Olympiasiegerin als Leuchtfeuer.