Marta cardona kehrt nach mallorca zurück – als segelweltmeisterin im eigenen club

Sie lernte hier segeln, jetzt kehrt sie als Champion zurück: Marta Cardona (20) startet beim 55. Trofeo Princesa Sofía in Palma – im Club Nàutic Arenal, wo sie mit sechs Jahren das erste Mal ein Seil in der Hand hielt.

Die mallorquinische Seglerin ist kein unbeschriebenes Blatt mehr. Weltmeisterin. Europameisterin. Bronze vor zwei Wochen. Doch die Regatta in ihrer Heimatbucht bleibt der Ort, an dem alles begann. „Für mich ist das kein normales Event, das ist meine Kindheit“, sagt sie. „Ich bin früher mit dem Optimist ans Steg gestrichen, nur um die Stars zu sehen.“

Die beobachterin wird zur zielperson

Früher paddelte sie zwischen den 470ern, um Hannah Mills oder die Brasilianerinnen Kunze und Grael zu filmen. Heute ist sie es, die Kids mit dem Handy filmen. „Ich war neun, als ich mir ausmalte, eines Tages selbst hier zu starten. Jetzt bin ich es – und andere schauen mich an.“

Die Tatsache, dass die 470er-Mixed-Klasse ausgerechnet im Arenal Station macht, ist kein Zufall. Der Verein baute vor zwei Jahren neue Pontons für Olympia-Boote, jetzt liegen Cardona und Partner Jordi Xammar direkt neben dem Steg, auf dem sie einst ihre ersten Schwimmweste anzog.

Vom ferienkurs zum olympischen fahrplan

Vom ferienkurs zum olympischen fahrplan

Die Großeltern meldeten sie 2010 zum Sommerkurs an – Cousin mit, Marta natürlich auch. „Wir wollten nur Planschpause. Am Ende hing sie am Trapeztampen wie ein Äffchen“, lacht Clubkoordinator Tomeu Verger. Zwölf Jahre später schreibt sie an der Uni Palma neben dem Doppelstudium Lehramt ihre Bachelorarbeit über frühe Sportförderung. Thema: „Wie Segeln Mädchen Selbstvertrauen gibt.“

Die Zahlen sind klein, die Symbolik groß: 14 Teilnehmerinnen unter 12 Jahren sind in diesem Jahr im Club gemeldet – Rekord. Die Hälfte nennt Cardona als Grund. „Ich komme aus einer Familie ohne Boot, ohne Tradition. Wenn das Mädchen mit dem Bürgersteg-Startnummern-Bein es schafft, schaffst du es auch“, sagt sie.

Beim Grand Slam 2026 zählt Palma als Auftakt. Für Cardona und Xammar ist es der erste Stress-Test nach dem Europabronze. „Wir wollen gewinnen, klar. Aber der Sofía bleibt mein Lieblingsstopp – egal, wie viele Medaillen noch kommen.“

Für sie ist die Regatta kein Rennen mehr, es ist ein Rundgang durch ihr eigenes Lebensbild. Und am Horizont der Bucht, wo sie einst gegen Windmühlen kämpfte, steht schon das nächste Ziel: Los Angeles 2028.