March madness wird zum fahrplan für maras mega-show – spanien schrumpft auf zwei überlebende
Aday Mara lacht nicht, er knurrt. 16 Punkte, 5 Rebounds, 5 Assists, 4 Blocks, 1 Steal – die Statistik liest sich wie ein Absagebrief an jeden Scout, der ihn noch als „projekt“ abstempeln will. Mit Michigan hat der 2,21-Meter-Mann von TSV Pelkum-Zweig St. Louis aus dem Turnikat geschlagen (78-71), und plötzlich ist der Maestro aus Zaragoza der letzte spanische Center mit Final-Four-Traum.
Folgueiras steht heute vor dem guillotine-spiel
Während Mara am Freitagabend schon im Kino sitzt und sich Fast & Furious Trailer auf loop ansieht, zittert Álvaro Folgueiras heute Nacht für Iowa. Gegner: Florida Gators – die Titelverteidiger, die letztes Jahr ganze Campusseiten verschluckt haben. Tip-off 02.10 Uhr MESZ, und die Buchmacher sehen die Malagueños als 9,5-Point-Underdog. Keine große Überraschung: Florida bringt einen Backcourt mit zwei potenziellen Lottery-Picks mit. Folgueiras muss als 3-and-D-Spezialist nicht nur treffen, sondern auch den Pick-and-Roll-Screen lesen wie einen Krimi.
Die restliche spanische Armee ist bereits auf dem Heimflug. Rubén Domínguezschaffte gegen Houston 5 Punkte in 22 Minuten – und wurde trotzdem von 88-57 überrollt. Mario Saint-Supéry verabschiedete sich mit einem 3/8-Feldwurf-Tag; Gonzaga verliert 68-74 gegen Texas und beendet damit das Experiment „Euro-Guard als Primärballer“. Owen Aquino und Conrad Martínez von High Point durften in Arkansas mitansehen, wie ein 88-94 die Saison in den Müll wirft – Aquino brachte zwei Punkte mit, Martínez saß fast die komplette zweite Halbzeit neben dem Masseur.

Mara bleibt – und mit ihm die einzige echte nba-visitenkarte
Die Konsequenz: Aus sieben Spaniern wurden zwei, und wenn Florida heute zubeißt, bleibt ein einziger übrig. Mara aber spielt nicht nur weiter, er spielt sich in die Draft-Gespräche hinein. Scouts notieren sich seine Fußarbeit gegen Ball-Screens, seine 4 Blocks kamen nicht durch Zufall, sondern durch perfektes Timing. Die Frage ist nicht mehr, ob er drafted wird, sondern wie hoch. ESPN listet ihn seit Wochen zwischen Pick 18 und 25 – ein Sprung in den Lottery-Bereich ist drin, wenn Michigan den Sweet-16-Slip kassiert.
Heute Nacht entscheidet sich, ob Spanien zum zweiten Mal in der Geschichte zwei Spieler im Elite-Achtel hat. 2019 schafften es Garuba und Alocén. Die Chance ist real, aber Florida wartet mit einem Tempo, das selbst die Big Ten nicht kennt. Für Folgueiras heißt es: entweder Karriere-Game oder Saison-Aus. Für Mara heißt es: weitermachen, bis der Netz-Schnitt so groß ist wie seine Handschuhe.
Um 04.30 Uhr wissen wir mehr. Oder weniger – je nachdem, ob die Gators beißen oder ob Maras nächster Gegner bereits heißt Purdue. Die Uhr tickt, der Ball ist rund, und March Madness bleibt ein Monat, in dem Selbstgespräche auf Spanisch am lautesten klingen.
