Maier und himmelsbach knallen aufs podest – näslund krönt sich trotzdem

175 Punkte Rückstand, kein Wunder war Daniela Maier im schwedischen Schneestaub von Gällivare schon vor dem Finale nur noch Statistin. Doch statt zu kneifen, jagte sie Sandra Näslund mit Vollgas bis zur letzten Welle und holte sich Platz zwei – ein Schlag ins Wasser, der trotzdem Wellen schlägt.

Die kugel bleibt in schweden, der applaus kommt aus dem schwarzwald

Naeslund fuhr souverän ihren fünften Gesamtweltcup ein, Maier gratulierte mit einem lauten „Yaaaay“, das selbst die Kameras mitschickten. Die 28-Jährige aus Hinterzarten musste zwei Fünfte in Craigleuth verkraften, dort rutschte sie ab wie auf einem Kinderbobbycar. In Gällivare legte sie nach: Halbfinale klar, Finale knapp – am Ende fehlten 0,18 Sekunden auf die Schwedin. Rekordpunkte für Naeslund, Rekordmotivation für Maier.

Lo que nadie cuenta es: Im Zielraum herrschte kurz Stille, dann umarmten sich die Konkurrentinnen. Kein Siegerlächeln, kein Verlierergesicht – nur zwei Profis, die wissen, dass nächste Saison schon in sieben Monaten startet.

Himmelsbach rast vom ersatzmann aufs podest

Himmelsbach rast vom ersatzmann aufs podest

Kilian Himmelsbach war eigentlich nur eingesprungen, weil Wilmsmann und Bachsleitner mit Kreuzband- und Schulterchaos ausfielen. Der 23-Jährige vom SC Sonthofen rutschte durchs Nadelöhr, schob sich im Viertelfinale noch um eine Kurve und landete im Finale gegen Regez, Mobaerg und Howden. Dritter – sein erstes Weltcup-Podium, vorher bestes Ergebnis Rang 16. Die Zahl spricht für sich: 16→3, eine Differenz, die selbst sein Physio mit der Hand vor dem Mund kommentierte: „Scheinbar warst du schneller als meine Tapemaschine.“

Deutschland jubelt also doppelt: eine Silbermedaille als Trostpflaster, eine Bronzemedaille als Warnschuss an die etablierten Herren. Skicross ist kein Rentnersport, sondern ein Rennspiel, in dem sich Ranglisten von Sekunde zu Sekunde neu schreiben.

Die Saison ist vorbei, der Schnee in Gällivare noch nicht. Und während Näslund die Kugel schon im Koffer hat, packt Maier die Ski noch mal aus. Der Countdown für 2027 läuft – diesmal ohne 175 Punkte Rückstand.