Kai häfner knackt 2000-tore-marke und kitzelt comeback-gerüchte

51 Sekunden. So schnell war Kai Häfner zurück – nicht nur auf dem Feld, sondern in den Köpfen. Mit seinem 2000. Feldtor katapultiert sich der 36-Jährige in einen Club, in dem vor ihm nur drei andere Handballer trinken durften. Und plötzlich ist klar: Der Rücktritt aus der Nationalmannschaft war vielleicht nur eine Pause.

Kai Häfner traf. Kiel zitterte. Die MHP-Arena tobte. Doch kaum jemand realisierte sofort, dass dieses 1:0 gegen den THW Geschichte schrieb. „Der Fokus war woanders“, sagt er heute. „Wir wollten Kiel endlich schlagen.“ Geschlagen haben sie den Rekordmeister nicht, aber Häfner hat sich selbst übertroffen.

Die ewige torjägerliste schreibt ihn jetzt in gold

Holger Glandorf, Kyung-Shin Yoon, Christian Schwarzer – und jetzt auch Kai Häfner. 555 Spiele, 2003 Treffer, Tendenz steigend. Die Zahl allein wirft Fragen auf: War der Abschied aus dem DHB-Team 2024 wirklich endgültig? Die Heim-WM 2027 rückt näher. Und Häfner lässt die Tür auf Klinke.

„Kitzeln tut sowas immer“, sagt er, als würde er über einen Kreiswurf sprechen und nicht über ein mögertes Comeback. Bundestrainer Alfred Gislason hatte ihn schon für die EM 2026 auf die Reserveliste gesetzt. Die Form stimmt, die Zahlen auch. Warum also nicht?

Der TVB Stuttgart profitiert. Seit Häfner 2023 zurück in die Heimat wechselte, spielt er, als wäre er 26. In dieser Saison jagt er nur Mathias Gidsel hinterher – und das, obwohl er bislang nie einen Siebenmeter geworfen hatte. „Dadurch hast du immer die Möglichkeit, deutlich mehr Tore zu werfen“, sagt er, ohne zu klagen, sondern mit dem Lächeln eines Mannes, der weiß, dass er gerade seinen Zenit erlebt.

Der beste häfner aller zeiten? er lacht nur

Der beste häfner aller zeiten? er lacht nur

„Das wäre den anderen Jahren nicht gerecht“, sagt er bescheiden. Dabei spricht vieles dafür, dass wir ihn gerade jetzt erleben: schneller Denker, kühler Finisher, Familienmensch. Mit Bruder Max an seiner Seite – auch der inzwischen Bundesliga-reif – fühlt sich Kai Häfner wie ein Rückraum-Duo aus Kindheitstraum und Erfahrung.

Vater Wolfgang schaut von der Tribüne. Er hat Kai von den Minis bis zur A-Jugend trainiert. „Er war mein größter Förderer“, sagt Sohn Kai. Heute fördert Kai sich selbst – mit jedem Training, jedem Schritt, jedem Tor.

Die Uhr tickt. 36 Jahre, 18 Bundesliga-Saisons, 154 Länderspiele, EM-Gold 2016, Olympia-Bronze 2024, Silber 2024. Und trotzdem: Die Karriere ist nicht im Abstieg, sie ist im Angriff.

Die WM 2027 in Deutschland wird ohne ihn auskommen müssen – oder eben nicht. Häfner schließt nichts aus. Und wer ihn in den letzten Wochen gesehen hat, weiß: Wenn er will, kann er. Die Tore sprechen eine Sprache, die selbst Bundestrainer verstehen.

2000 Tore sind keine Zahl, es ist eine Ansage. An die Jungen. An die Nationalmannschaft. An sich selbst. Kai Häfner ist noch lange nicht fertig.