Maier sprintet näslund die krone fast vom kopf – dsv-crash-trio fehlt

165 Punkte. So viel trennt Sandra Näslund von Daniela Maier noch vor dem Skicross-Finale in Schweden. Klingt viel? In Montafon sah es kurz so aus, als würde die Schwedin ihre Tabellenführung gleich mitnehmen. Dann trat Daniela Maier aufs Gas, jagte von Startplatz vier hoch aufs Podest und verpasste die Revanche für Peking nur um eine Skilänge.

Die aufholjagd, die die dsv-truppe atmen lässt

Mit gebrochener Rippen, zwei Kreuzbändern weniger und ohne Wilmsmann/Hronek im Rücken reiste der Deutsche Skiverband nach Vorarlberg. Was blieb, war die Olympia-Siegerin. Maier nutzte die Startlücke nach dem ersten Drop, schob sich innen an Galli vorbei und flog mit 71 km/h in die Zielsprungkurve. Näslund antwortete mit einem Block auf der letzten Welle – mehr brauchte sie nicht. Für Maier trotzdem Silber, für das Team das erste Top-3-Ergebnis seit dem Saisonauftakt.

Versteckt hinter dem Podiumsglanz: Veronika Redder landet im kleinen Finale auf Rang drei, Leonie Bachl-Staudinger scheidet im Viertelfinale aus. Bei den Männern geht gar nichts – Wilmsmann laboriert an der Syndesmose, Hronek am Innenband. Kilian Himmelsbach und Jonas Bachl-Staudinger schaffen es bis ins Viertelfinale, mehr ist ohne die Top-Crasher nicht drin.

Weltmeister-terrain liefert vorgeschmack auf 2027

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Die Piste in Montafon gilt als Testlauf für die WM in zwei Jahren. Die Steilkurve vor der Zielwelle wurde angezogen, die Startbox höher gesetzt – und genau dort verloren die deutschen Jungs den Anschluss. Während Kanadas Reece Howden sich im Finale gegen Youri Dupont durchsetzt, sitzt DSV-Coach Heli Herdt im Zielbereich und kalkuliert: „Wenn Tim bis Ende März fit wird, haben wir in Idre Fux noch eine Patrone.“

Die Saison ist noch nicht gelaufen, aber der Druck steigt. Mit vier Rennen vor der Brust muss Maier im Schnitt 41,25 Punkte pro Lauf auf Näslund gutmachen – ein Wert, der selbst beim jüngsten Slalom-Comeback von Mikaela Shiffrin für Aufsehen gesorgt hätte. Ob sie es schafft? Die Zahlen sprechen dagegen, die Formkurve dafür. Und Montafon hat gezeigt: Wenn die Läuferin aus Oberstdorf in Fahrt kommt, kann selbst eine Olympiasiegerin ins Schleudern geraten.