Magdeburg gegen berlin: das finale beginnt schon heute
Die Uhr an der Elbe tickt anders, wenn Magdeburg Berlin erwartet. Um 16:05 Uhr fliegt der Ball im Getec-Arena, und schon vor dem Anwurf riecht es nach Mai – nach dem Monat, in dem sich beide Teams vielleicht schon wieder sehen, nur dass dann alles steht und liegt an einem einzigen Spiel.
Warum der sc magdeburg jetzt schon die nerven behalten muss
Ein Blick auf die Tabelle täuscht. Berlin liegt fünf Punkte zurück, doch das sagt wenig aus, seit die Füchse ihre Abwehr um Fabian Wiede und einen genesenen Mads Mensah Larsen auf Vordermann gebracht haben. Magdeburg wiederum muss beweisen, dass das 33:26 vom Pokal kein Zufall war – und dass Gísli Þorgeir Kristjánsson auch gegen die tiefste 3-2-1-Abwehr der Liga noch Lücken findet.
Die Statistik lügt nicht: In den letzten sieben Liga-Duellen gewann Magdeburg nur zweimal. Die Siege folgten stets auf Niederlagen – ein Rhythmus, den Bennet Wiegert heute brechen will. Seine Drohung im Vorinterview: „Wenn wir früh die erste Tempogegenstoss-Welle landen, glaube ich nicht, dass Berlin mitgeht.“

Frauen champions league: dortmunds letzter atemzug in budapest
Sechs Tore Rückstand, 60 Minuten Zeit, ein ganzes Jahr Vorbereitung. Die Elf von Henrik Signell flog mit 25 Torschützinnen, doch nur eine wird die Ungarn wirklich kennen: Amy Jaeschke war vor drei Jahren noch bei FTC, kennt jeden Quadratmeter der Érd-Halle und weiß, wie laut 1.800 Ungarn werden können, wenn die ersten zweiten Wellen sitzen.
Die Rechnung ist simpel: Ein Tor Vorsprung reicht nicht, zwei Tore sind Pflicht, drei machen es spannend. Der BVB spielte in dieser Saison erst einmal auswärts mit Rückstand – und verlor in Bietigheim 26:27. Heute braucht er ein Kunststück.

Die 2. liga liefert das andere endspiel
Während die Kameras auf Magdeburg und Berlin brennen, geht in Krefeld leise die Relegationspistole los. Die HSG Krefeld empfängt Bayer Dormagen, Tabellensechster gegen Elfter, doch hinter den Kulissen zählt nur eins: wer nach 60 Minuten noch zwischen den Türmen steht. Verliert Krefeld, ist der Vorsprung auf den Strich auf einen Punkt geschrumpft – und dann stehen noch Auswärtsspiele in Balingen und Hüttenberg an.
Die Causa Thüringer HC verfolgt morgen die European League, doch schon heute könnte sich der Druck erhöhen: Gewinnen die Däninnen von Viborg in Bukarest, rutscht Thüringen auf Platz drei – und muss im Rückspiel ran, anstatt zu verwahren.
Am Ende bleibt eine Feststellung: Wer heute gewinnt, spart sich im Mai Seelenarbeit. Wer verliert, muss im April schon rechnen. Die Handball-Bundesliga ist kein Marathon mehr, sie ist ein Zehnkampf, bei dem jeder Diskuswurf zählt. Und in Magdeburg fliegt der erste schon um 16:05 Uhr.