Lund andresen schlägt zu: däne stürmt in magliano de’ marsi zum sieg

Tobias Lund Andresen fegte in einen nassen Sprint und schob sich in Magliano de’ Marsi vor De Lie und Philipsen – ein Sieg, der die Tirreno-Adriatico aufmischt.

221 Km regen, risiko und ein dänischer blitz

Die dritte Etappe war die längste dieser 61. Auflage, 221 Kilometer von Cortona quer durch die abgeschnittenen Apenninen-Täler. Stundenlang triefte es aus Eimern, die Fahrer rollenweise auf Felgen, doch wer dachte, dass sich das Rennen am Ende in Routine auflöst, sah sich getäuscht. Mit 300 m zur Ziellinie schaltete Lund Andresen einen Gang höher, während Milan zu frah startete und in der Wall of Sound der Belgier stecken blieb. Rang sieben für den Italiener – ein Lehrgeld.

Hinter dem Dänen landeten De Lie und Philipsen auf dem Podest, Magnier wurde Vierter. Die Zeitmessung lieferte ein Foto, das alles sagt: 0,00 Sekunden Abstand zwischen den Top drei, aber Lund Andresen hatte die Nase vorn. „Ich hab nur noch gequetscht, bis die Lungen brannten“, sagte er später, das Regenwasser tropfte noch aus dem Helm.

Del toro behauptet azur, pellizzarri lauert

Del toro behauptet azur, pellizzarri lauert

In der Gesamtwertung verteidigt Isaac Del Toro das blaue Trikot, doch der Vorsprung auf Italiens Hoffnung Giulio Pellizzari schrumpfte auf vier Sekunden. Ein Zwischensprint genügte dem 22-jährigen Mexikaner, um die Führung zu konservieren, doch die Bergetappe am Samstag dürfte die Karten neu mischen. Pellizzari ließ sich nach der Zieldurchfahrt nicht blicken, sein Blick war auf das Profil von Blockhaus gerichtet – dort will er angreifen.

Donnerstag geht’s nach Martinsicuro, wo der Wind von der Adria durch die Palmen fegt und die Straße so schmal ist, dass ein Sturz die komplette Klasse umwerfen kann. Wer dann noch in Kontakt zur Spitze liegt, darf sich auf den Sonntag in San Benedetto del Tronto freuen – wenn nicht, ist die Tirreno Geschichte.

Die Botschaft des Tages: In diesem Rennen zählt keine Prognose. Es regnet, es sprintet, es überrascht – und ein Däne namens Lund Andresen hat eben bewiesen, dass man in Italien auch mit Regenpuder auf dem Visier Geschichte schreiben kann.