Bayern-blamage nach gala: urbig, davies und musiala ausgefallen

Der Traum von London bekommt einen Riss. Kaum hat der FC Bayern Atalanta mit 6:1 in die Schranken gewiesen, folgt der Nackenschlag: Jonas Urbig, Alphonso Davies und Jamal Musiala fehlen wochenlang – und das vor dem Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League.

Urbig kollidiert, davies zieht nach, musiala knickt um

Sie fielen wie Dominosteine. Erst Davies, der nach nur 13 Minuten Einsatzzeit im Oberschenkel erwischt wurde – ein Déjà-vu nach seinem Faserriss im Februar. Dann Urbig, der beim 1:6-Gegentor mit Zapata frontal zusammenkrachte und mit Sehstörungen ins Krankenhaus musste. Und schließlich Musiala, der sich beim Abziehen eine alte Sprunggelenk-Entzündung aufreißt und noch in der Kabine den Stützverband wieder abwickelte.

Die Diagnosen des Medizin-Checks am Mittwochvormittag klingen harmloser, als sie sind: leichte Gehirnerschütterung bei Urbig, hintere Oberschenkelzerrung bei Davies, Schmerzreaktion im linken Sprunggelenk bei Musiala. Doch dahinter steckt mehr. Urbig wird mindestens drei Wochen ausfallen, Davies droht das Saison-Aus, Musialas Einsatz in zwei Wochen in Bergamo ist höchst fraglich.

Neuer wird nicht fit, ulreich allein ist zu wenig

Neuer wird nicht fit, ulreich allein ist zu wenig

Das Problem: Manuel Neuer laboriert weiter an seiner Schulter-Operation von Januar. Sven Ulreich bleibt der einzige erfahrene Keeper – und der war gegen Atalanta bereits beim 0:5-Anschlusstor zu spät. Hinter ihm wartet nur noch der 17-jährige Max Schmitt aus der U19. Ein Risiko, das Bayern im K.-o.-Wettbewerb nicht einkalkuliert hatte.

Die Lage spitzt sich zu. Die Münchner müssen in Bergamo mindestens ein Tor erzielen, um das Halbfinale zu erreichen. Ohrenzucken bei Vincent Kompany: Davies' Tempo auf der linken Außenbahn fehlt, Musialas Dribbling zwischen den Linien auch. Die Alternativen: Raphaël Guerreiro als Linksverteidiger, Thomas Müller hinter dem Sturm – eine Notlösung, keine Lösung.

Der zeitplan wird zum gegner

Bis zum Rückspiel sind es elf Tage. Genug für eine Gehirnerschütterung, nicht aber für eine Oberschenkelzerrung. Die medizinische Abteilung rechnet intern mit Davies’ Comeback frühestens Anfang Mai – falls Bayern überhaupt noch spielt. Musiala trainiert derzeit nur im Kurzhantel-Bereich, seine Bandage ist dicker als der Ball. Urbig sitzt im dunklen Raum, Lichtreize sind verboten.

Die Kaderplanung gerät ins Wanken. Sportdirektor Max Eberl hatte für den Sommer einen Linksverteidiger und ein offensives Mittelfeld-Talent eingeplant. Nun könnte er schon im April handeln müssen. Die Frage lautet nicht mehr: Wer kommt? Sondern: Wer bleibt gesund?

Bayern hat die Qual der Wahl – und die Wahl der Qual. Die nächste Woche entscheidet über die Saison. Ohne den Dreierblock aus Urbig, Davies und Musiala wird es eng in Bergamo. Die Tore müssen jetzt Kane, Sané und Gnabry erzielen. Der Rest ist Reha.