Littler zündet den turbo: 161er finish pulverisiert noppert und jagt den nächsten titel

Luke Littler spürt den Druck nicht, er macht ihn. Mit einem 161er Checkout demolierte der 19-Jährige im Viertelfinale der UK Open die Hoffnung von Danny Noppert und stapfte in sein neuntes Turnier-Halbfinale seit Jahresbeginn.

Der 8:5-knaller war gleichzeitig die vorentscheidung

Die Zahlen sind schon wieder absurd: 104,47 Average, 45,45 Prozent auf die Doppel – und das, während Noppert mit 98,66 Punkten und einem 9-Darter im Rücken eigentlich alles mitbrachte, was man für ein Drama braucht. Doch genau dort, bei 5:4 für den Niederländer, schaltete Littler einen Gang höher. Vier Legs in Serie, elf Darts im 15. Leg, fertig. Noppert breakte zwar noch einmal, aber die Körperprobleme, die er nach seinem Nine-Darter gegen Van den Bergh durchschimmern ließ, machten sich bei 6:9 bemerkbar. Die Hand zitterte, der Blick irrte, Littler beendete die Geschichte mit 10:6.

Der Junge, den sie The Nuke nennen, wirkt wie ein Algorithmus, der sich selbst updet. Erst schlägt er den Weltmeister, dann den Aufsteiger, dann wieder den Routinier – und niemandem bleibt Zeit, sich zu wundern. Die UK Open sind für ihn nur eine weitere Station auf einer Tour, die längst zu seiner Privatparty mutiert.

Rock wartet – und der waliser-duell-gewinner auch

Rock wartet – und der waliser-duell-gewinner auch

Im Halbfinale trifft Littler nun auf Josh Rock. Der Nordire schmiss sich mit Krzysztof Ratajski in einen Schlagabtausch und ging mit 10:7 als Sieger raus. Die andere Hälfte des Tableaus bescherten James Wade und Gerwyn Price dem Publikum einen Krimi: Wade überlebte Matchdart gegen Rob Cross (10:9), Price löste das interne Waliser-Duell gegen Jonny Clayton (10:8). Wer auch immer am Ende den Pokal stemmt – er wird ihn sich gegen einen Teenager erkämpfen müssen, der offenbar nicht mehr die Nerven, sondern die Zeit seiner Gegner frisst.

Die Tagesbilanz: drei Matches, drei Favoriten, null Überraschungen. Die Saisonbilanz: Littler hat 2026 schon vier Titel geholt, ist bei allen Major-Events mindestens im Halbfinale und spielt Darts, als gäbe es kein Morgen. Für die Konkurrez sieht es danach aus, als käme das Morgen aber in Form eines 19-Jährigen mit Tempo 161 – und der hat gerade erst den Turbo spüren lassen.