Silber geht weiter: deutschland zieht mit 33:18-kantersieg vorzeitig in em ein

Heidelberg – 33:18, fertig, Ticket gebucht. Die deutschen Handball-Frauen feiern nur 72 Tage nach dem WM-Finale den nächsten Ritterschlag und entlassen Slowenien mit einer Demontage, die längst über das Ergebnis hinausweist.

Die Silber-Helden von Dezember spielten sich in 60 Minuten zurück in die Köpfe der Fans. 3791 Zuschauer in der ausverkauften SAP-Arena sahen eine Mannschaft, die ihre Zöpfe mit schwarz-rot-goldenen Glücks-Gummis band und den Gegner mit Tempo, Wucht und einer Prise Humor zerlegte. Schon zur Pause stand es 18:8, die Partie war gelaufen, die Party konnte planen.

Gaugisch rotiert, njinkeu liefert

Markus Gaugisch wechselte nach 30 Minuten durch, wie ein Schachspieler, der seinen Gegner schon nach zehn Zügen mattgesetzt hat. Mit von der Partie: Farrelle Njinkeu. Die 19-jährige Berlinerin Linkshänderin, erst zwei Länderspiele alt, erzielte zwei Treffer – und bewies, warum Blomberg-Lippe sie vor der Saison aus dem Nachwuchs hochgezogen hat. „Die Kader-Breite ist überragend“, jubelte TV-Expertin Lucie-Marie Kretzschmar. „Auf jeder Position stehen zwei Nationalmannschaftsniveau-Spielerinnen bereit.“

Die Sloweninnen lagen nicht nur sportlich auf dem Feld. Ein Magen-Darm-Virus hatte den Kader dezimiert, einige Leistungsträgerinnen fehlten komplett. Was blieb, war eine Mannschaft, die in Heidelberg vor allem eins war: chancenlos.

„Die woche hätte nicht besser laufen können“

„Die woche hätte nicht besser laufen können“

Kapitänin Antje Döll schwärmte schon zur Halbzeit vor laufender Pro7Maxx-Kamera: „Wir wollten zeigen, dass das WM-Fieber weiter in uns brennt.“ Nina Engel, mit fünf Treffern beste Werferin, fasste die Gemütslage zusammen: „Das fühlt sich richtig, richtig gut an.“

Nach dem Abpfiff ging es direkt weiter: Live-Musik von Lorenz Büffel, „Der Zug hat keine Bremse“-Rufe, 4000 Stimmen, die bis in die Nacht durchhalten. Sportdirektor Ingo Meckes kündigte an, dass die restlichen Quali-Spiele nun Testlaufbahnen für neue Systeme und Gesichter werden. Bundestrainer Gaugisch lächelte nur: „Die Mädels haben Bock – und wir haben Karten.“

Die EM ist gebucht, der Silber-Tross rollt weiter. Und niemand in Heidelberg wollte auch nur eine Sekunde lang darüber nachdenken, dass der Gegner krank war. Warum auch? Das deutsche Spiel war gesund genug für alle.