Lipowitz verpasst deutsche meisterschaft: fokus auf tour de france!
Schock in der deutschen Radsportszene: Florian Lipowitz, aktuell einer der gefordertsten Rennfahrer des Landes, wird am Sonntag in Bad Liebenstein bei der Deutschen Meisterschaft fehlen. Eine Entscheidung, die viele Fans enttäuschen wird, aber für Lipowitz und sein Team Red Bull–Bora-hansgrohe strategisch unumgänglich erscheint.

Die tour de france ruft – und lipowitz hört zu
Während die Titelkämpfe im Thüringer Wald ausgetragen werden, ist der 25-Jährige stattdessen in Kühtai, Österreich, im Höhentraining. Ein bewährter Ansatz, den er bereits vor seinem Coup bei der Tour de France 2025 erfolgreich nutzte. Die Deutsche Meisterschaft, so Lipowitz, würde seine sorgfältig ausgearbeitete Vorbereitung auf die anstehende Frankreich-Rundfahrt, die am 4. Juli beginnt, unnötig stören. "Es ist nicht einfach, auf die DM zu verzichten. Ich hätte natürlich gerne gefahren, aber die Tour-Vorbereitung hat absolute Priorität", erklärte der junge Star bereits Ende Mai.
Das Streckenprofil der Deutschen Meisterschaft, bekannt für seine Schwierigkeit, hätte Lipowitz zwar die Chance geboten, das Meistertrikot zu erobern und mit Stolz zur Tour zu reisen – ein Szenario, das von seinen Fans sehnsüchtig erwartet wurde. Doch der Fokus liegt klar auf dem großen Ziel: Paris.
Ein Trend im Profi-Radsport? Lipowitz ist bei weitem nicht der einzige Top-Fahrer, der auf die nationalen Meisterschaften verzichtet. Auch Größen wie Jonas Vingegaard und Tadej Pogacar setzen verstärkt auf ihre individuelle Vorbereitung, um bei der Tour de France optimal in Form zu sein. Ein Zeichen dafür, dass die Belastung für die Athleten immer größer wird und die Prioritäten neu gesetzt werden müssen.
Interessant ist auch die Situation rund um Remco Evenepoel, dessen Team eine Strafe befürchtet, sollte er auf die belgischen Meisterschaften verzichten. Ein ärztliches Attest könnte ihm hier jedoch aus der Patsche helfen. Die Frage bleibt: Wie lange wird dieser Trend anhalten und wann kehren die Top-Fahrer zu den nationalen Meisterschaften zurück?
Die letzten zehn Jahre zeigen, dass ein Podiumsplatz bei der Tour de France und der gleichzeitige Gewinn der Landesmeisterschaft selten Hand in Hand gehen. Nur wenige Fahrer wie Romain Bardet, Tom Dumoulin und Pogacar selbst konnten diesen Spagat erfolgreich meistern. Es bleibt zu hoffen, dass die Nationalverbände und die UCI gemeinsam einen Weg finden, um den Traum von einem Klassement-Ass im Meistertrikot wieder lebendig zu machen – vielleicht durch eine Anpassung der Termine.
Lipowitz selbst äußerte sich optimistisch: "Ich hoffe, dass ich die nächsten Jahre mal dabei sein kann!" Und während er am Sonntag aus der Ferne seinen Teamkollegen die Daumen drückt, ist eines sicher: Er wird alles daran setzen, seine Ambitionen bei der Tour de France in die Tat umzusetzen.
