Leweling fällt weg: nagelsmanns wm-kader schrumpft – und das ist kein zufall
Jamie Leweling ist raus. Der VfB-Flügelspieler verließ am Montagmorgen das DFB-Quartier in Herzogenaurach mit einem leichten Humpeln und einer deutlichen Diagnose: Muskelbündelriss im Wadenbereich. Fehlt damit auch gegen die Schweiz und Ghana – und Julian Nagelsmann verzichtet auf einen Ersatz. 25 Profis bleiben übrig, zwei weniger als erhofft. Das klingt nach Pech. Es ist aber Teil eines Plans.

Warum nagelsmann nicht mehr nachlegt
Der Bundestrainer hat die Nominierungsmaschine abgestellt. Nach Pavlovic und Nmecha am Wochenende folgt nun Leweling – und das war’s. Statt weiter zu reagieren, setzt Nagelsmann auf interne Lösungen. Chris Führich, erst am Sonntag nachnominiert, rückt auf Linksaußen. Angelo Stiller kann im Zentrum aufrücken. Die Botschaft: Wer hier steht, hat das Ticket selbst erarbeitet. Keine Schnellschüsse, keine Notpflaster. Das ist kein Kader aus Mangel, sondern ein Statement der Stabilität.
Die medizinische Abteilung arbeitet bereits mit Hochdruck. Neben den etablierten Fitnessexperten Nicklas Dietrich und Krunoslav Banovcic verstärkt jetzt Bram Geers. Der Belgier kommt von RSC Anderlecht, war vorher bei Bayern und Burnley für Leistungsdiagnostik zuständig. Sein Auftrag: die Belastungssteuerung von Rüdiger und Havertz, die individuell trainieren, sowie die Prävention weiterer Muskelausfälle. Die WM rückt näher, die Uhr tickt.
Leweling selbst wird in den nächsten Tagen eine Stammzellentherapie in Stuttgart beginnen, wie der VfB bestätigte. Die Ausfallzeit: vier bis fünf Wochen. Das bedeutet: Er wird auch den Saisonendspurt mit dem VfB verpassen. Für den 25-Jährigen ein herber Schlag, hatte er sich doch gerade in den inneren Kreis der Nationalmannschaft gekämpft. Nun sitzt er zu Hause, schaut Basel und Stuttgart aus der Ferne – und weiß: Die nächste Chance kommt frühestens im Sommer, wenn die WM-Plane nach Kanada startet.
Nagelsmanns Kader ist kleiner geworden, aber nicht schwächer. Die verbliebenen 25 müssen jetzt beweisen, dass sie den Druck aushalten. Die Testspiele sind kein Freundschaftscocktail mehr, sondern ein letztes Casting. Wer jetzt glänzt, fliegt nach Toronto. Wer patzt, fliegt raus. Die Entscheidungen fallen in den nächsten 180 Minuten – und die Uhr läuft bereits.
