Leverkusen raus aus london – jetzt droht der horror ohne champions league
London, Dienstag, 22:47 Uhr. Die Emirates-Flutlichter sind aus, die Werkself-Plätze leer. Was bleibt, ist ein 0:3, das sich wie 0:5 anfühlt, und eine Tabelle, die 45 Punkte nach 26 Spieltagen verrät. Rang sechs. Conference League. Ein Albtraum in Pastellfarben.
Die champions league zieht sich weg – mit 300 millionen euro
Christian Kofane trifft in der 89. Minute den Pfosten, und selbst dieses Aluminium klingt wie ein Abschiedsgruß. Denn wer in der Premier League die Musik bestellt, bestimmt auch die Kasse. Die Gruppenphase der Königsklasse bringt mehr als 60 Millionen für jeden deutschen Teilnehmer – selbst ein Sieg in der Europa League wirft nur die Hälfte ab. Bayer-Kasse Simon Rolfes rechnet intern mit einem Minus von rund 40 Millionen, sollte der sechste Platz Bestand bleiben. Kein Geld für den nächsten Supertransfer, keine Argumente im Sommer-Call mit Florian Wirtz oder Alejandro Grimaldo.
Die Folge: ein Domino-Effekt. Leverkusen muss verkaufen, um selbst kaufen zu können. Inter Mailat bietet bereits 35 Millionen für Edmond Tapsoba, Real Madrid hat Piero Hincapié auf dem Zettel. Ohne CL-Rückenwind droht ein Exodus der Leistungsträger – und damit die Gefahr, dass 2027 wieder nur die Conference League blinkt.

Stuttgart und leipzig lassen leverkusen keine luft
Fünf Punkte fehlen auf Rang vier, zwei auf Rang fünf. Die Statistik ist gnadenlos: In keiner der letzten zehn Bundesliga-Saisons holte der Sechste noch die Champions-League-Tickets. Die Rechnung der Werkself: acht Endspiele, 24 mögliche Punkte. „Jeder einzelne ist ein Finale“, sagt Rolfes, und Trainer Xabi Alonso schickt seine Mannschaft schon am Samstag nach Heidenheim – einen Gegner, der dieses Jahr mehr Punkte gegen Top-Teams geholt hat als Leverkusen gegen die untere Tabellenhälfte.
Die Bundesliga-Konstellation macht es noch brutaler. Bayern spielt noch gegen Stuttgart und Leipzig. Mainz und Freiburg sind direkte Konkurrenten. Leverkusen-Fans drücken also drei Teams die Daumen – und haben trotzdem keine Kontrolle. Die einzige Rettung: Spanien droht, den fünften Rang zu verlieren. Real Madrid, Barcelona & Co. müssen also weitermachen, damit Deutschland den Zusatzplatz erhält. Ironie des Fußballs: Leverkusen braucht jetzt Erfolge der Konkurrenz, um selbst erfolgreich zu bleiben.
Am Samstag um 15:30 Uhr rollt in Heidenheim der Ball. Die Ostalb wird erneut zum Schauplatz von Leverkusens Zukunft – nur diesmal ohne Spotlichter, ohne 70.000 Zuschauer. Dafür mit der Last, dass ein verlorenes „Finale“ die nächste Saison schon im März enden lassen könnte. Die Werkself muss gewinnen. Alles andere wäre nicht nur ein Schritt zurück, sondern ein Sprung in ein finanzielles Loch, aus dem man sich Jahre befreien muss.
