Leverkusen feuert hjulmand – der spanische geheimtipp martínez soll es richten
Kurz vor dem Trainingsauftakt schlägt Bayer 04 eine Kehrtwende, die kaum jemand so schnell kommen sah: Kasper Hjulmand ist nach nur neun Monaten draußen, Carlos Martínez Novell übernimmt als Chefcoach. Der Deal steht, die Unterschrift folgt in den nächsten 48 Stunden.
Die versiegelte entscheidung
Seit Mitte März war in den Büros an der Bismarckstraße klar: Hjulmand bekommt keine zweite Spielzeit. Die Rückrunde mit nur 19 Punkten aus 17 Partien, das Abrutschen auf Rang sechs und die verpasste Champions-League-Qualifikation haben die Skeptiker in der Geschäftsführung übermächtig werden lassen. Eigentlich lief sein Vertrag noch bis 2027, nun kassiert der Däne eine Abfindung und verschwindet stumm aus dem Trainingslager in Zürich.
Intern hieß es schon vor Wochen: „Wir brauchen einen Impulsgeber, keinen Krisenmanager.“ Martínez passt ins Raster. Der 42-Jährige bewies in Toulouse, dass er aus wenig viel macht: Platz neun in der Ligue 1 mit einem Etat, der kaum den Leverkusener Reserven entspricht. Seine Mannschaften spielen aggressives 4-3-3, umschalten schneller als ein Tempolimit auf der A3, und die Spieler schwärmen von seiner „spanischen Energie, die keine Ausreden zulässt“.

Warum ausgerechnet er?
Bayer hatte vier Kandidaten oben auf der Liste. Andoni Iraola wollte lieber nach Liverpool, Oliver Glasner sich erst einmal ausruhen, Filipe Luis wartet auf Monaco und Michel steht kurz vor Ajax. Martínez blieb als einziger übrig, der sofort bereit war – und der die Lizenz, die Sprache und die Mentalität mitbringt, die der Klub seit dem abrupten Ten-Hag-Ende vermisst.
Der neue Coach erhält einen Zweijahresvertrag plus Option. Die Ablöse an Toulouse fällt moderat aus, die sportlichen Ziele bleiben hoch: Top vier, Pokal-Endspiel, Champions-League-K.o.-Phase. Alles andere wäre in Leverkusen ein Armutszeugnis.
Am Montag fliegt Martínez nach BayArena, trifft auf Simón, Wirtz und Co. Die erste Einheit steigt am Dienstagmorgen. Wer glaubt, er kriege eine Einarbeitungsphase, irrt. Die Bundesliga startet in sechs Wochen. Die Uhr tickt laut – und zwar spanisch.
