Lettland wirft die usa raus – deutschlands wm-traum droht zu platzen

Die Schockwelle traf die DEB-Auswahl im Hotelzimmer. Lettland schlägt die USA 4:2, dreht das Tableau der Gruppe A und schickt Moritz Seider und seine Mannen an den Rand des Ausscheidens. Plötzlich reicht selbst zwei Mal Sieg nach 60 Minuten nicht mehr.

Die rechnung ist gnadenlos

Lettland steht bei sechs Punkten, Deutschland bei drei. Gewinnen die Balten ihre beiden Restspiele gegen Großbritannien und Ungarn – was die Formkurve nahelegt –, bleiben die DEB-Hoffnungen selbst bei einem Sieg heute Abend gegen Österreich und am Montag gegen die Briten wertlos. Die Tordifferenz? Minus eins gegen minus sieben. Da hilft auch kein Philipp Grubauer, der gegen die USA 45 Schüsse weggeputzt hätte.

Was niemand auf der Tribüne von Lausanne ahnte: Deniss Smirnovs trifft in der 47. Minute zur 2:1-Führung, Sandis Vilmanis erledigt die USA mit zwei Empty-Net-Toren in den letzten 60 Sekunden. Kristers Gudlevskis, einst in Bremerhaven zwischen den Pfosten, wird zum Henker der deutschen Träume.

Österreich wird zur falle

Österreich wird zur falle

20:20 Uhr, heute, Bern. Das Duell mit dem Nachbarn ist kein „Endspiel“ mehr, es ist ein Spiel ums reine Überleben. Die Österreicher haben drei Punkte Rückstand, spielen aber noch gegen die USA. Sollten sie dort punkten, braucht Deutschland nicht nur Siege, sondern Wunder. Denn die Schweiz und Finnland haben sich längst für die K.o.-Runde qualifiziert, spielen nur noch um den Gruppensieg.

Die Kabine von Bundestrainer Harold Kreis war am Samstagabend wortkarg. „Wir haben es versaut gegen Lettland“, sagte ein Assistenzcoach, mehr nicht. Die Wahrheit ist: Das 0:2 vom Sonntag könnte sich als das teuerste Ergebnis der deutschen WM-Geschichte erweisen.

Die letzte Hoffnung trägt das Trikot von Leon Gawanke. Sein Hattrick gegen Frankreich hielt die DEB-Truppe am Leben. Doch Tore alleine reichen nicht, wenn die anderen gewinnen. Die Arithmetik ist gnadenlos: Lettland vorbei, USA voraus, Österreich im Nacken. Deutschland steht mit dem Rücken an der Bande.

Morgen um diese Zeit wissen wir, ob die Schweizer Reise am Montag gegen Großbritannien noch Sinn macht. Oder ob die Koffer Richtung Heimat stehen. Die WM ist keine Träumerei mehr, sie ist eine Kopfrechnung – und die Zahlen sprechen gegen das DEB-Team.